Seien wir ehrlich: Der ganze Bewerbungszirkus ist wahnsinnig ineffektiv, oft frustrierend für beide Seiten und – was noch schlimmer ist – extremer Psychostress für die Bewerber*innen. Vor einiger Zeit führte ich mit Ardalan Ibrahim ein Interview darüber, wie es anders gehen kann.
Er ist nämlich seit vielen Jahren Bewerbungscoach in München und hat mir von seinen Erfahrungen aus der Praxis erzählt. Es war ein ganz erstaunliches Gespräch: Unter anderem schlug Ardalan vor, dass Bewerber*innen doch einfach in ihre Bewerbungen reinschreiben könnten, was genau sie suchen. Und Unternehmen in ihre Anzeigen genauso.
Aber es kam noch verrückter: Nach dem Interview teilte mir Ardalan mit, ich könne damit machen, was ich wolle.

In Teil 1 dieses Beitrags hatte ich mich ja schon über Stellenanzeigen ausgelassen – mindestens genauso crazy sind allerdings Vorstellungsgespräche. Hat der Bewerber* ein solches ergattert, herrscht erst mal allgemeine Verunsicherung. Klar, man ist aufgeregt. Aber was noch schlimmer ist: Jede Menge selbsternannter Bewerbungstrainer und -experten drücken einem ihre nutzlosen Tipps auf, die meistens nur zu einem Resultat führen: dass der Bewerber vorgibt, ganz anders zu sein, als er eigentlich ist.

Als ich selbst noch der irrigen Annahme war, im nächsten Job könnte endlich alles besser werden, habe ich doch tatsächlich nach Jobs gesucht. Und Stellenanzeigen gelesen. Großer Fehler! Bzw. nein! Genau, was ich brauchte, um von dieser bekloppten Idee wieder abzukommen. Denn Stellenanzeigen sind der Abtörner schlechthin.
Also, liebe Leserinnen und Leser, Ihr könnt Euch einen Haufen Ärger ersparen, indem Ihr Euch vor der Einstellung genau anguckt, ob Ihr in das Unternehmen reinpasst. (Eigentlich sollte das Unternehmen natürlich auch darauf achten bzw. eine klare Vorstellung davon haben, was für Bewerber es anziehen möchte – aber lassen wir das.) Also, Augen auf bei der Jobwahl! Check the Unternehmenskultur first! 😉
Ganz bewusst habe ich mir ein Leben gebaut, dass Stress weitgehend vermeidet. Das habe ich ganz klar mit Fokus auf meine Gesundheit getan, weil ich stark darauf reagiere. Früher habe ich immer gesagt: „Von meiner Konstitution her sollte ich eher Schafe hüten.“ Habe mir aber sagen lassen, das kann auch ziemlich hektisch werden, da Schafe gern mal ausbüxen. Natürlich bleibt es nicht aus, dass ich selbst gestresst bin, auch ich es mal eilig habe und irgendwo feststecke oder eine Deadline mir im Nacken sitzt. Oder sich seit Jahren um ein schwerkrankes Familienmitglied zu kümmern – das ist eine Dauerbelastung, die ans System geht. Aber ich glaube, im Vergleich zu den meisten Menschen habe ich echt wenig Stress. Umso stressiger ist es für mich, wenn mir Gestresste über den Weg laufen.
Während ich mich auf der Suche nach den Spuren meiner Vorfahr*innen durch deutsche Landesarchive wühle, gelange ich auf so manche Abwege – zum Beispiel in die tiefste norddeutsche Provinz. Als ich das Bahnticket gebucht hatte, war mir nicht klar, dass die Kleinstadt Schleswig (immerhin Namensgeberin des Bundeslandes Schleswig-Holstein) am AdW liegt. Und noch was: Als Hobbyfamilienforscherin hofft man ja immer, überraschend auf irgendeinen berühmten Namen im Stammbaum zu stoßen. Und tatsächlich: Ich bin mit einem Star verwandt. (Jaaa, Clickbait – ich brauch das Geld, Leute. 😉 )
Manchmal bin ich wirklich dankbar, älter und weiser zu sein als früher. Man hat mehr Durchblick und fällt nicht mehr so schnell rein. Neulich war wieder so ein Moment. Die Situation hat mich so aufgewühlt, dass ich darüber schreiben muss. Es war so: Ein Neukunde hatte sich Monate nach der ersten Anfrage plötzlich wieder gemeldet. Schön, ich hatte mich gefreut. Kann gerade jeden Auftrag gebrauchen – jetzt, wo KI mir den Job wegnimmt. Und Einzelhandel, dazu ein Thema, das mir liegen sollte – warum also nicht.
Seit über 8 Jahren bin ich jetzt als Texterin und Autorin selbstständig – und genauso lange schreibe ich schon Artikel über den Fachkräftemangel. Wie er sich verschärft und verschärft, dieser Schlingel. Der große Unterschied zu früheren Jahren ist, dass ich ihn jetzt schmerzhaft im Alltag spüre. Wenn ich daran denke, dass das erst der Anfang ist, wird mir schlecht.
Also, ich bin verunsichert. Zwar beschäftige ich mich schon länger mit Künstlicher Intelligenz (KI) und ahne, was da auf uns zukommt – ich habe ja schon darüber geschrieben, dass auch ich bald durch eine Software ersetzt werden könnte. Aber dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht. Nachdem ich Chat GPT ausprobiert habe, bin ich irgendwie erschüttert. Ich sag’s, wie es ist: Die Einschüsse kommen näher.
Manchmal werden mir auf Xing oder LinkedIn Jobangebote angezeigt, die dermaßen gut auf mich zugeschnitten sind, dass ich echt ins Grübeln komme. Diesmal ging es um einen Job, der quasi die logische Fortsetzung meiner bisherigen sogenannten Karriere war. Also, es war die Art von Stelle, für die ich mich selbst eingestellt hätte, weil es einfach so gut passte.
Versuche, deine Suchphrase zu präzisieren, falls du nichts findest: