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Die ehrliche Bewerbung

Seien wir ehrlich: Der ganze Bewerbungszirkus ist wahnsinnig ineffektiv, oft frustrierend für beide Seiten und – was noch schlimmer ist – extremer Psychostress für die Bewerber*innen. Vor einiger Zeit führte ich mit Ardalan Ibrahim ein Interview darüber, wie es anders gehen kann.

Er ist nämlich seit vielen Jahren Bewerbungscoach in München und hat mir von seinen Erfahrungen aus der Praxis erzählt. Es war ein ganz erstaunliches Gespräch: Unter anderem schlug Ardalan vor, dass Bewerber*innen doch einfach in ihre Bewerbungen reinschreiben könnten, was genau sie suchen. Und Unternehmen in ihre Anzeigen genauso.

Aber es kam noch verrückter: Nach dem Interview teilte mir Ardalan mit, ich könne damit machen, was ich wolle. (Und das, obwohl er anfangs Zweifel hatte, dass seine Ideen überhaupt medial vermittelbar sind.) Sowas bin ich gar nicht gewöhnt! Die meisten Interviewpartner*innen möchten schon noch mal drüberlesen und überprüfen, was sie da angeblich gesagt haben. 😛

Überhaupt hat die unerwartete Freiheit, IRGENDWAS aus dem Interview machen zu dürfen, mich dermaßen aus der Bahn geworfen, dass das ganze Thema ein halbes Jahr liegen blieb. Und jetzt sitze ich hier und versuche, meine Notizen von damals zu entziffern. Herausgekommen ist dieser wilde, unabgestimmte Remix aus Fetzen von dem, was ich meine, von Ardalan gehört zu haben, und meinen Gedanken dazu. Dieses Gespräch hat in dieser Form also nie stattgefunden. 😀 Ardalans Ideen findet Ihr in Kursiv.

These 1: Anpassung bringt nix

Wenn die Leute zu mir ins Bewerbungscoaching kommen, sind neunzig Prozent in einem Zustand des vorauseilenden Gehorsams, der Anpassung. Wenn ich das sage, schieße ich natürlich gegen mein eigenes Metier, denn wir Bewerbungscoaches sind massiv daran beteiligt, diese Anpassung zu unterstützen, auch ich früher. Viele Bewerber sind in einem Markt unterwegs, wo die Marktmacht nicht auf ihrer Seite ist. Wenn jemand nicht die gefragte Expertise hat, kein Vermögen, dann sitzt die andere Seite beziehungsdynamisch am längeren Hebel. Die Macht in der Beziehung hat immer derjenige, der den anderen weniger braucht. Dadurch hat der Bewerber das Gefühl, austauschbar zu sein und gerät leicht in die Anpassung.

Oh Gott, ja, ich hasse diesen Anpassungsquatsch. Deshalb hasse ich ja auch dieses ganze Bewerbungsverfahren, weil ich selbst gesehen habe, was für Duckmäuser es aus den Menschen macht. Mittlerweile bin ich wieder da, wo ich schon ganz am Anfang meines Berufswegs war: Ich bin dafür, dass man sich mit dem*der Bewerber*in einfach im Café trifft (von mir aus echt in Jogginghose) und einander ein, zwei Stunden beschnuppert. Wenn man nicht total doof ist, weiß man danach, ob es passt.

These 2: Vorurteile ignoriert man am besten

Es gibt auch ein psychologisches Phänomen: Einmal kam ein hochqualifizierter 49-jähriger Mann zu mir, er hatte schon einige Vorstellungsgespräche gehabt, es lief gut. Da ihm aber medial vermittelt wurde, „mit 50 wird es schwierig“, hat er seine Machtposition gar nicht wahrgenommen.

Natürlich gibt es objektive Bewerbungshindernisse: Jemand ist zu alt, zu jung, hat einen ausländischen Namen, ist Frau im gebärfähigen Alter, hat Erfahrung, aber nicht die formelle Qualifikation usw. Diese Probleme sind objektiv vorhanden und nicht eingebildet. Aber in dem Moment, in dem du dir das bewusst machst, bist du im Nachteil. Leute, die da Illusionen haben, sind im Vorteil. Mir sind Bewerber begegnet, die waren wirklich in einer heftigen Situation, aber die hat das Altersthema gar nicht interessiert.

Was Ardalan da beschreibt, ist in der Psychologie als Bedrohung durch Stereotype bekannt. Sie wurde unter anderem an Frauen (Stereotyp: „Frauen sind schlechter in höherer Mathematik“) und ethnischen Minderheiten (Stereotyp: „Chinesische Kinder sind intelligenter als US-amerikanische“) nachgewiesen. Jemand, der um Stereotype gegen seine Gruppe weiß, hat Angst, diese zu bestätigen und wird dadurch weniger leistungsfähig – eine selbsterfüllende Prophezeiung. So unglaublich es klingt: Das Wissen um diese Stereotype zu verdrängen oder sie durch positive Vorurteile zu ersetzen, ist die beste Strategie.

Ich selbst habe eine deutsche Mutter und einen arabisch-kurdischen Namen. Jeder stellt sich was anderes darunter vor, Bart und Kaftan, was weiß ich. Ich profitiere dann von der Überraschung der Leute, wenn sie mich kennenlernen. Im Zuge der ganzen #metwo-Debatte habe ich zuerst gesagt, ich fühle mich nicht diskriminiert. Aber in mir wächst der leise Verdacht, dass ich das einfach ausblende. Die Welt hält einem den Schuh hin und man entscheidet selbst, ob man sich den anzieht.

Diese Problematik kenne ich auch vom Gender Bias. Oder überhaupt dem Thema Sexismus. Es ist wirklich deprimierend zu erkennen, wie Frauen unterdrückt werden. Ich hatte lange Zeit keine Lust, feministische Bücher zu lesen, weil ich genau davor Angst hatte: dass mich das ganze Thema runterzieht und ich dann in meiner Handlungsfähigkeit gelähmt werde, die Vorurteile dadurch bestätige und mich als Opfer fühle. Bedrohung durch Stereotype eben.

Ich habe dann aber gemerkt, dass es mir dermaßen die Augen öffnet und ich so viel verstehe, was mir passiert und warum und was anderen Frauen passiert. Und es gibt mir trotz aller Traurigkeit auch wahnsinnig viel Kraft. Also, ich möchte fast sagen, es verbindet mich mit einer Art kollektiver Urkraft aller Frauen, die jemals gelebt haben. Ich muss dir da also widersprechen: Es ist wichtig, Stereotype, Vorurteile und Diskriminierung zu erkennen, denn nur dann können wir dagegen kämpfen.

These 3: Angst als Fehler im System

Ich vergleiche ja das Arbeitsverhältnis gern mit einer Ehe: Die Idee ist, man verbringt viel Zeit miteinander, es gibt gute und schlechte Tage, bis dass die Rente uns scheidet. Aber dieses Versprechen geht nie auf, das sieht man ja an der Scheidungsquote.

Personaler leiden an einer déformation professionnelle. Sie fragen sich: Wen holen wir uns da in die Firma? Und Bewerber fragen sich: Was hole ich mir da in mein Leben? So wird ein Klima der Angst geschaffen, indem auch Leute Angst haben, die gar keinen Grund dazu haben.

Ich möchte das am Beispiel russischer Frauen erklären: Sie sehen aus wie Models, sind superqualifiziert. Diese Frauen sind emanzipiert – in Bezug auf den Beruf. Im Privaten sieht es ganz anders aus. Sie können Top-Managerinnen sein – ohne einen Mann sind sie nichts. Der Mann aber kann Jogginghose tragen und Wodka trinken, gewalttätig sein. Jeder Mann ist besser als kein Mann. In diese Situation haben wir arbeitssuchende Menschen in Deutschland gebracht. Top-Leute sagen mir: „Jeder Job ist besser als gar keiner.“ Die Lücke im Lebenslauf ist ein Riesenthema, diese Angst: „Ich find nix mehr.“

Viele Leute haben sich brav genau so beworben, wie die Coaches es ihnen erklärt haben. Und es hat nichts gebracht. Aus dieser Situation heraus ist die Pusteblumen-Strategie entstanden.

These 4: Die Pusteblumen-Strategie

Nicht ich habe sie erfunden, sondern meine Kunden. Kurz nach 2008, in der Wirtschaftskrise, kamen viele Kunden zu mir mit einer Hammer-Experience, hochqualifiziert, mit der richtigen Haltung, Arbeitsmoral, Motivation, die hatten einfach alles. Die bewerben sich mit hochindividuellen und gestylten Unterlagen. Und sind dann irritiert, dass sie sich eine blutige Nase nach der anderen holen, die kriegen eine richtige Bewerbungsdepression.

Der Punkt ist nämlich: Die Recherche, bei Kununu nachschauen oder bei Glassdoor, Leute anrufen, kommunizieren …

… recherchieren, was Aufwendiges basteln …

– all dieser Aufwand hat einen Preis: Eine Absage haut viel stärker rein. Ein zweiter Weg wäre, eine extreme Lockerheit zu entwickeln. Das ist natürlich einfacher für IT-ler, Ingenieure, Erzieherinnen, besonders hier in München. Die Frage ist für Leute, die nicht locker sind: Wie komme ich da rein?

Es gibt drei Arten von Bewerbungen: die klassische 0815, die Silbertablett-Bewerbung und die Pusteblume. Alle haben Vor- und Nachteile. Für die Silbertablett-Bewerbung stellt man sich die Frage: Ist das, worauf ich mich gerade bewerbe, ein Traumjob? Kopf – Herz – Bauch – tiefer – ist es geil? Nun sucht nicht jeder einen Traumjob, manche wollen einfach nur einen bestimmten Job. Dann fragt man sich: Ist es ein sehr guter Job, wo alles passt? Kein Burnout, kein Leiden? Wenn man dann aus den Eingeweiden ein fettes Ja aufsteigen fühlt, dann legt man los mit einer Silbertablett-Bewerbung. Dann ist man plötzlich „a man with a plan“, investiert zwei Tage Arbeit, malt zwei Herzen drauf, schreibt einen Liebesbrief, ja, einen Heiratsantrag, man geht in zehn Juweliergeschäfte, um einen schönen Ring auszusuchen, geht auf die Knie und hofft das Beste.

In allen anderen Fällen rate ich zur Pusteblume. Wenn nämlich das Gefühl eher so „come ci, come ça“ ist, man ambivalente Gefühle hat und nicht genau weiß, ob es passt – dann ist die Pusteblume super. Dazu stellt man sich zwei Fragen. Die erste: Was will ich haben? Das ist eine sehr komplexe Frage, denn sie führt einen auf die eigenen Bedürfnisse zurück. Wie soll Chef/Chefin sein? Jünger, älter, Choleriker, Harmoniker? Wie das Team? Der Arbeitsweg? Die Ausstattung? Es gibt so viele Größen, die für Menschen einen Unterschied machen. Ich bin diese Fragen mit vielen hundert Leuten durchgegangen und weiß, wie groß die Unterschiede da sind.

Das ist auch meine Erkenntnis, die ich in meinem Buch verarbeite: Dass man eigentlich nur dann einen wirklich passenden Job (oder besser: wirklich passende Tätigkeiten) finden kann, wenn man sich selbst richtig gut kennt. Nun glauben ja viele Menschen, sich selbst gut zu kennen, aber nee. Da sind so viele Illusionen dabei. Man hat ein Selbstbild, aber da geht es mehr darum, wie man gern wäre. Und natürlich auch jede Menge internalisierter Aufforderungen von außen, von den Eltern, in der Partnerschaft, aus der Schule, von der Arbeitsstelle. Werbung und Medien haben einen Rieseneinfluss darauf, was wir glauben, sein zu müssen und wie wir glauben, leben zu müssen. All das muss man von sich werfen wie ein paar zu warme Pullover, um immer mehr an sein Wohlfühl-Selbst heranzukommen. Das ist ein krasser Prozess, der wahrscheinlich nie abgeschlossen ist.

Und allein ist das schwierig, weil der Abstand fehlt. Kein Mensch hat die totale Transparenz über sich. Deshalb ist ein Coach oder ein lieber Freund da hilfreich. Die zweite Frage, die man sich in diesem Prozess stellen muss: Was will ich gern geben? Und was nicht? Für manche Leute ist zum Beispiel Kaltakquise eine unlösbare Aufgabe. Ein anderer hingegen sagt: „Liebend gerne, gib mir das!“ Wenn man sich dann über seine Bedürfnisse in Bezug auf den Traumjob klar geworden ist, dann schreibt man die in die Bewerbung rein.

Uiuiui!

Ich habe Klienten, denen ist Respekt wichtig. Die wollen einen verständigen Menschen auf der anderen Seite. Ein anderer kommt und sagt: „Ein geiles Gehalt ist das Wichtigste für mich.“ Ein klassischer Coach würde an dieser Stelle sagen: „Oh nein, schreib das nicht rein, du kommst als geldgeil rüber!“ Ich aber sage: „Wenn das dein Topbedürfnis ist, dann muss das rein: „Ich suche eine Firma, die mich angemessen bezahlt.“ Man muss sich ja auch mal in den Recruiter oder Manager hineindenken. Die führen drei Bewerbungsrunden mit einem Bewerber und am Ende des dritten Gesprächs scheitert es am Geld. Dann schreibt man es lieber rein. Es gibt genug Firmen, die Bindung über Geld herstellen, die zahlen Gehälter bis Oberkante Unterkiefer.

Das ist dann das berühmte Schmerzensgeld.

Ja, aber das ist ein stimmiger Deal für diejenigen, die nicht darunter leiden. Die Bedürfnisse sind zu akzeptieren. Zu mir kam mal eine Dame, die hatte ein ganz spezielles Problem. Ihr war die Luftqualität total wichtig. Sie hatte da schlechte Erfahrungen gemacht und konnte sich bei schlechter Luft nicht konzentrieren. Das muss man dann natürlich so formulieren, dass es nicht durchgeknallt klingt. Aber wir haben es hingekriegt.

Wow. Das würde ich gern mal lesen. 🙂

Das glaube ich. Was wir jedenfalls mit der Pusteblumen-Bewerbung machen, ist: Wir bauen einen starken Filter ein. Wenn die Firma das Bedürfnis nicht erfüllen kann, ist sie raus. Um es wieder mit einer Flirtsituation zu vergleichen: Er sagt zu ihr: „Dass du diesen dreckigen Humor hast, da hab ich aber noch nicht viele Frauen getroffen.“ Jetzt können zwei Dinge passieren: Entweder die Frau hat ein komisches Gefühl – oder sie fühlt sich gesehen. Dann passt es. Da sagt der Personaler der Pharmafirma sich: „Mensch, wir haben hier etwas anzubieten, was Menschen gefällt, nämlich ein gutes Gehalt.“ Die meisten Firmen haben ja dieselben Selbstzweifel wie die Kandidaten.

Bei der Pusteblumen-Bewerbung ist es natürlich Harakiri, wenn man nur zwei Stück rausschickt. Man hat ja eine Ausfallquote von 97-98 Prozent. Weil man ja niemandem Honig ums Maul schmiert. Man sagt ja nicht wie bei der klassischen Bewerbung: „Eigene Bedürfnisse hab ich keine, die Wahrheit erfahren Sie dann nach der Probezeit.“

Das Gleiche gilt übrigens für die Firmen. Die machen einfach kein gutes Employer Outing. Warum sagen die nicht ehrlich, was man bei ihnen kriegt und was nicht. „Diesen ganzen New-Work-Kram machen wir nicht mit. Bei uns gibt es klassische Hierarchien und Sie können sich hocharbeiten.“ Oder: „Wir sind ein Chaotenladen – willst du mit auf unserer Welle surfen? Du bist Chaot – komm zu uns!“ Die letzte Scheißfirma hat doch irgendwas, was für sie spricht. Stattdessen werden Versprechungen gemacht und dann Enttäuschungen generiert.

Ich nenne das Sugar-Coating. Die ganze Firma wird für die Bewerber mit Zuckerguss überzogen, auch wenn es darunter rottet. Da geben Firmen so viel Geld aus für Online-PR – einfach mal die Wahrheit sagen, das geht sofort viral. 😀

Das Prinzip der Pusteblume ähnelt dem von Venture Capital Firmen. Die investieren in zehn Start-ups, davon gehen neun pleite und eins geht durch die Decke. So funktioniert es auch mit der Pusteblume: Man streut 200-300 Samen, also Bewerbungen, und die sind alle gleich. One size fits all. Die DNA wird kopiert und verteilt. Am Ende wächst der Löwenzahn an Stellen, wo es niemand gedacht hätte.

Der Aufwand ist extrem reduziert, das ist sozusagen die 5-Minuten-Bewerbung. Ich mache morgens den Laptop an, völlig schmerzfrei, schaue mir die ersten zwölf halbwegs passenden Stellenanzeigen an und haue raus. Das mache ich jeden Tag für fünf Minuten. Es wird nur die Adresse geändert. Eines schönen Tages habe ich 40 Absagen, die Ablehnungsquote ist natürlich hoch. Aber ich haue weiter Bewerbungen raus. Und dann kommt plötzlich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Und die ist dann wirklich eine Überraschung! Das klingt crazy und erfordert sehr viel Mut, aber es funktioniert.

Das Ganze wirkt nur auf den ersten Blick wie eine Egonummer. Eigentlich ist es hochsozial. Denn nach dem ersten Angepisstsein merkt der Personaler: Die anderen Bewerber spielen alle ein Versteckspiel, die stehlen mir meine Zeit. Es gibt ja Bewerber, die wirklich nerven, die sind aalglatt, totoptimiert, die machen dich aggressiv.

Und aus meiner Erfahrung als Bewerbungscoach kann ich sagen: Tausende Firmen existieren, von denen ich mir niemals hätte ausmalen können, dass sie existieren – im Guten wie im Schlechten. Unterstelle dem Leben Möglichkeiten!

PS: Bevor Ihr jetzt alle anfangt, Eure Samen zu streuen 😀 : Ardalan hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Pusteblumen-Bewerbung ein Prozess der Selbsterkenntnis vorausgehen sollte, der von einem Coach oder Freund begleitet wird. Ich fand es trotzdem sehr interessant, weil es seine jahrelange Erfahrung zusammenfasst und weil es so viel aussagt über das Bewerbungstheater. Was sagt Ihr?

Bitte folgen Sie mir unauffällig!

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5 Kommentare

  1. Skully

    Wow. Geil, mutig und ehrlich.
    spontan gedacht.

  2. Madeleine Köthe

    Großartiger Artikel. Ehrlichkeit währt eben doch am längsten.

  3. Christina

    Sehr cool, ich fühle mich bestätigt. Danke für den Artikel. Wir führen Interviews nämlich genauso – bei einem Kaffee in lockerer Atmosphäre und brutal ehrlich. Wir streuen vielleicht hier und da mal ein bisschen Puderzucker rüber, aber immer nur so viel, dass man das darunterliegende noch gut erkennen kann. Das kommt bei vielen BewerberInnen gut an und ich denke, dass es sie motiviert, ebenso ehrlich zu sein. Am Ende sieht man dann sehr gut, ob es für beide Seiten passt, ganz ohne hoch psychologische Einstellungstest und fiese Fragen.

  4. Vielen Dank an euch beide und für die Idee zu diesem Thema! Für mich fügt sich mehr und mehr das Mosaik zusammen, dass es an so gut wie allen stellen um das Grundthema VERTRAUEN geht. Vertraue ich vollends als Bewerberkandidat der Jobdarstellung in der Stellenanzeige und umgekehrt, vetraue ich als Unternehmen den Aussagen des Jobinteressierten in seiner Bewerbung. Ich stimme Ardalan besonders im Punkt Employer Outing zu: Firmen werden ehrliche Bewerbungen erhalten, wenn eine ehrliche Darstellung des Jobprofils erkennbar ist. Alles, was es braucht ist Mut – auf beiden Seiten!

  5. Skully

    Nachtrag.
    Ich war vor vier Wochen bei einem Bewerbungsgespräch.
    30 Grad. Ich sparte mir die Krawatte und das Jacket.
    Gespräch mit Fachkraft, Abteilungsleiter und Personalerin lief gut. Das übliche. Selbst die rhetorischen Floskeln, wo sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen fragten, konterte Ich gut.
    Nun gewartet was passiert. Gestern Anruf vom Abtl. Leiter. Es gibt noch ein Gespräch geben, Personalchefin wird anwesend sein. Hauptsächlich geht’s um das Gehalt…. Dann der Abschuss, der Typ gab mir den unmissverständlichen Rat, auch wenn es 35 Grad haben sollten, sollte ich in seinen Augen einen Anzug tragen.
    Gott sei Dank, bin ich nicht auf den Job angewiesen und werde nächste Woche absagen. Die wollen mein Fachwissen billiger einkaufen und das im Anzug. Damit die antiquierten Rahmenbedingungen passen. Dafür das sie bereits sechs Monate dieses Fachgebiet ausgeschrieben haben, suchen sie wohl die eierlegende Wollmilchsau. Es handelt sich im Übrigen um einen Backoffice Job. Also kein Kundenkontakt…. Ich bin mit dieser Art durch. Und stimme Lydia auch zum vorherigen Blog zu, Büros sind meist Gefängnisse.

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