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Kategorie: Beruf

Eine verheißungsvolle Affäre*

Kleine Durchsage an alle, die schon immer wussten, dass ich Lehrerin hätte werden sollen: Ihr hattet Recht! Ich gebe ja schon länger Kurse zu verschiedenen Kommunikationsthemen an einem Weiterbildungsinstitut – aber das lief immer so nebenher. Nach dem Motto: Hauptsache, Frau Krüger kommt mal raus aus der Butze und unter Leute. Aber jetzt unterrichte ich zum ersten Mal nach meinen eigenen nicht vorhandenen Lehrplänen (und online) und habe einen Heidenspaß! (Gesendet nachts vom Schreibtisch, wo ich gerade Hausaufgaben korrigiere.)

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Bitte folgen Sie den Anweisungen

Nach meinem anfangs frustrierenden, letztlich aber sehr erfüllenden Erlebnis mit der Rosengitter-Montage sagte jemand zu mir: „Mach doch mal nen Tischler-Workshop, gibt’s bei der Volkshochschule.“ Mensch, dachte ich mir, eine Riesenidee! Endlich mal wieder was mit den Händen machen. Und so fuhr ich drei Tage lang zur Handwerkskammer und tauchte ein in die Welt der Menschen, die echte Dinge zum Anfassen bauen.

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Ein Hang zu Qualität

Bei der Arbeit stoße ich immer wieder auf die gleichen Probleme. Z. B. kann ich nicht mit unterirdischer Qualität umgehen. Ich meine damit nicht, dass mal irgendwo ein Fehler auftaucht. Da ist meine Toleranz enorm gestiegen seit meinem großen Fuckup, hehe. Fehler machen ist okay, wenn man bereit ist zu lernen und nicht den gleichen Fehler immer wieder begeht. Was mich fertig macht, ist wenn etwas wirklich GROTTENSCHLECHT ist und dann auf meinem Tisch landet.

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Allein unter Wessis

Meine Güte, hätte ja nicht gedacht, dass ich DIESES Fass noch mal aufmache. Oder überhaupt aufmache. Ich hab ja lange gedacht, ich steh über dieser Ossi-Wessi-Thematik. Um nicht zu sagen, ich hab immer für eine ordentliche Distanz zum heimischen Osten gesorgt. Also eine mentale Distanz**, ich wohne ja im Osten Berlins. Allerdings wohne ich im verwestlichtsten Teil des Ostens, im durchgentrifizierten Prenzlberg. Um mich herum nur Leute aus Schwaben und dem Sauerland. 😀 Aber dann gibt es so Phasen, wie neulich anlässlich von 30 Jahren Mauerfall, da komm ich nicht am Osten vorbei.

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Bitte nicht die Daumen drücken

Als freie Autorin bewirbt man sich ja nicht. Man wird gefunden – oder, in meinem Fall selten genug, schickt man selbst mal was irgendwohin: „Hey, ich hätte Bock, für Euch zu schreiben. Wie sieht’s denn aus?“ Das kostet mich schon Überwindung, aber vor kurzem hab ich’s getan. Natürlich musste ich das aufregende Ereignis gleich mit meiner Twitter-Gemeinde teilen. Oft schreiben Leute bei Twitter dann dazu: „Drückt mir bitte alle die Daumen.“ Hab ich aber nicht.

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Wie Unternehmen unsere psychischen Bedürfnisse ausbeuten

Mann, Mann, Mann, das ist mal wieder eine Überschrift, die so gar nicht rockt. Überhaupt nicht suchmaschinenoptimiert. Kein Mensch googlet was mit Ausbeuten, außer mir wahrscheinlich. 😉 Ausbeutung, das riecht nach Marx, das klingt unsexy, anstrengend. Das will doch keiner lesen. Abtörner! Wenn man Ausbeutung hört, macht sich sofort ein schlechtes Gefühl breit. Es beschleicht einen der Verdacht, dass man vielleicht selbst betroffen sein könnte. Werde ich ausgebeutet? Ich Opfer. Beute ich andere aus? Ich Schwein. So oder so, ein richtiges Scheißthema.

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Umsonst und draußen

Gelegentlich bekomme ich Anfragen, ob ich Lust habe, umsonst zu arbeiten. Das wird natürlich nicht so ausgedrückt. Sondern so:

Soweit ist erst mal alles klar, Thema, Zeichenzahl und Deadline – das klingt nach einem Auftrag. Nur von einer Bezahlung ist keine Rede. Ich frage also höflich nach, in etwa so: „Vielen Dank, an sich gerne, wie sieht’s denn mit Honorar aus? Ich lebe nämlich vom Schreiben.“ Als Antwort kommt so ein unsägliches Bla, was man ja für eine tierische Reichweite habe usw.

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Die ehrliche Bewerbung

Seien wir ehrlich: Der ganze Bewerbungszirkus ist wahnsinnig ineffektiv, oft frustrierend für beide Seiten und – was noch schlimmer ist – extremer Psychostress für die Bewerber*innen. Vor einiger Zeit führte ich mit Ardalan Ibrahim ein Interview darüber, wie es anders gehen kann.

Er ist nämlich seit vielen Jahren Bewerbungscoach in München und hat mir von seinen Erfahrungen aus der Praxis erzählt. Es war ein ganz erstaunliches Gespräch: Unter anderem schlug Ardalan vor, dass Bewerber*innen doch einfach in ihre Bewerbungen reinschreiben könnten, was genau sie suchen. Und Unternehmen in ihre Anzeigen genauso.

Aber es kam noch verrückter: Nach dem Interview teilte mir Ardalan mit, ich könne damit machen, was ich wolle.

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