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Schlagwort: Burnout

Das schleichende Gift

Eine Vorlesung, Thema Compliance. Der Professor sagt etwas, das lange nachhallt: Korruption beginne schleichend. Es sei eben nicht so, dass der Kollege mit dem Vorschlag komme, ein paar Hundert oder Tausend Euro auf sein Konto zu überweisen.
Nein, es fängt damit an, dass besagter Kollege mit der kriminellen Energie dir einen Kaffee mitbringt. Und sich immer wieder mal über Regeln hinwegsetzt. Du gehst mit ihm ein Bierchen trinken. Und dann eines Tages sagt er: „Ach komm, unterschreib doch mal für mich hier.“

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Der real existierende Burnout

Immer wieder hört und liest man, das Burnout-Syndrom existiere gar nicht, sei eine Erfindung von Workoholics, um sich selbst zu beweihräuchern, sei eigentlich mit einer Depression gleichzusetzen, klinge aber besser. Eine Modediagnose halt.
Mich ärgert das sehr, da ich selbst zwei Burnouts erlebt habe. Und die waren sehr real. Mal abgesehen vom mangelnden Respekt gegenüber den Betroffenen spricht aus solchen Aussagen vor allem Unwissen. Oder – cui bono? – der Unwille von Arbeitgebern, die Realität anzuerkennen und entsprechend zu handeln.
Der Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut Prof. Joachim Bauer widerlegt in seinem bemerkenswerten Buch „Arbeit – Warum sie uns glücklich oder krank macht“* die Mär von der Modediagnose anhand wissenschaftlicher Studien (S. 85 ff.):

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Gefühllos durch den Arbeitstag

Trotz einer blöden Restgrippe hatte ich mich am Wochenende zum Wevent in Berlin geschleppt, einer Veranstaltung des intrinsify-Netzwerks. Das sind lauter sympathische, schlaue Menschen, denen aufgefallen ist, dass die Arbeitswelt nicht so bleiben kann, wie sie ist. Geht mir ja genauso, weshalb ich mich dort auch ziemlich zu Hause fühle.
Wie ich ja hier schon mal angedeutet hatte, sind viele Leute dort in ihrem Denken sogar viel weiter oder radikaler als ich. Ich merke einfach, wie „das System“, also die HORG, mich geprägt hat. Das bleibt nicht aus nach so vielen Jahren. (Oder, wie es ein Teilnehmer ausdrückte: „Dann wird man zynisch wie Lydia.“ Das weise ich übrigens weit von mir. Ich bin nicht zynisch – nur pessimistisch. Aber das mit Leidenschaft. 🙂 )

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7 Tipps, wie Ihr schwache Führung erkennt und was man dagegen tun kann

Auf einem Treffen für Ehrenamtler begegnete mir schwache Führung. Sie heulte mir quasi ins Gesicht. OK, sie heulte nicht wirklich, aber sie jammerte ziemlich viel herum. Ich ging aus dem Treffen raus und war irgendwie wütend. Dabei waren doch alle total nett gewesen. Es dauerte eine Weile, dann wurde mir klar: Da führt niemand richtig! Die Auswirkungen sind verheerend, wie man vor Ort sehen konnte.
Daher hier ein paar Tipps, woran Ihr schwache Führung erkennt:

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"Das gekaufte Herz": Über die Kommerzialisierung der Gefühle

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Ich hätte nicht gedacht, dass ein 32 Jahre altes Buch mich derart in Aufregung versetzen könnte. Durch Zufall (es gibt keine Zufälle, wisst Ihr ja) habe ich es in den Fußnoten eines US-amerikanischen Blogs entdeckt und sofort angefangen zu lesen: „Das gekaufte Herz – Die Kommerzialisierung der Gefühle“* von Arlie Russell Hochschild. War ihre Doktorarbeit und hat damals hohe Wellen in der Fachwelt geschlagen.

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Falscher Job – was nun?

Ich habe mich schon immer gern mit Leuten über deren Arbeit unterhalten. Und wenn ich jetzt neuen Bekanntschaften von Büronymus erzähle, sprudelt es aus vielen Leuten nur so heraus. Was ich erschreckend finde: Es gibt so viele Menschen, die ganz offensichtlich im falschen Job gelandet sind. Oder sogar noch früher falsch abgebogen sind: bei Ausbildung oder Studium. Ganz ehrlich: Auch ich wusste nie, was ich eigentlich werden wollte (der Fluch der vielseitig Interessierten! 😉 ) – schon gar nicht mit 18, 19 Jahren.
Nun ist ja das Herummäandern in verschiedenen Jobs nicht das Schlechteste – man lernt viel dabei. Bleibt man dann allerdings irgendwo stecken, wo man eigentlich nicht hingehört, nimmt das Unglück seinen Lauf. Denn diese Menschen sind nicht einfach nur unzufrieden, genervt oder gelangweilt von ihrem Job. Nein, sie sind in den Tiefen ihrer Seele unglücklich.

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Eine Delle in der Psyche: DDR und Hierarchie-Organisationen im Vergleich (Teil 2)

„Eine Delle im Universum hinterlassen“ – das wollte Steve Jobs. Und so manch hochmotivierter Mitarbeiter will das im neuen Job auch. Stattdessen endet er mit einer Delle in der Psyche. Zum Beispiel, wenn er mit der falschen Persönlichkeitsstruktur (oder der richtigen?) in einer Hierarchie-Organisation (von…

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