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Wie ich fast meine Stimme verlor (und mich selbst)

Ein einziger Arzt warnte mich: „Frau Krüger, bei Ihrem Job als Pressesprecherin wäre es vielleicht besser, wenn sie sich für die Strahlentherapie entscheiden. Damit riskieren Sie nicht Ihre Stimme.“ Hätte ich mal auf ihn gehört.

Dabei hatte ich mir das Krankenhaus, wo die Radiojodtherapie angeboten wurde, sogar angeschaut. Es gefiel mir besser als das andere, wo ich operiert werden sollte. Aber wieder einmal hörte ich nicht auf mein Bauchgefühl. Sondern auf meinen Verstand, der mir sagte: „Hey, Du hast die beste Schilddrüsenchirurgin der Stadt. Was soll schon schiefgehen?“

Alle Ärzte versicherten mir, das Risiko, dass bei einer Schilddrüsenoperation der Stimmbandnerv verletzt wird, liege (angeblich) bei unter einem Prozent. Bleibende Schäden gebe es nur bei jedem 500. Patienten. Eine davon bin ich.

Aufwachen und alles ist anders

Gleich nachdem ich aus der Narkose aufwachte, merkte ich, dass etwas nicht stimmte: Ich bekam keine Luft mehr. Am 2. oder 3. Tag nach der OP stellte ich fest, dass meine Stimme – gelinde gesagt – kaum noch Power hatte.

Der Stimmbandnerv war verletzt worden. Mein linkes Stimmband ist seitdem gelähmt.

Die Chirurgin kommentierte das mit einem lässigen: „Hund oder Mann werden Sie nicht mehr rufen können – aber sonst wird’s schon gehen.“ Oder so. Diese Art, Stimmprobleme zu unterschätzen und kleinzureden, sollte mir immer wieder begegnen. Ich selbst wusste nicht, was mir bevorsteht.

Eine erste Ahnung davon bekam ich bei der Entlassung aus dem Krankenhaus, als ich irgendwas von den Schwestern wollte. Ich stand in der geöffneten Tür des Schwesternzimmers (also vielleicht 5 Meter entfernt) und rief: „Entschuldigung!“ Jedenfalls dachte ich das. Als keine der drei reagierte, schrieb ich das zunächst dem üblichen Berliner Charme zu.

Als beim dritten „Hallo!“ immer noch niemand antwortete, wurde mir klar: Die hörten mich nicht! Die nahmen mich gar nicht wahr! Ich drehte mich um und ging.

Lektion 1: Nicht gehört werden und nicht gesehen werden sind oft dasselbe. Plötzlich unsichtbar. Ach, du Sch…! Was stand mir noch bevor? Und es ging weiter. Der erste Restaurantbesuch (und viele, viele weitere) – der Horror. Eigentlich reichte es schon, wenn mehrere Leute durcheinandersprachen. Laute Musik gab mir den Rest. Ich konnte nichts mehr zur Unterhaltung beitragen. Null. Zero. Zilch. Ich, die Storytellerin, die immer was zu erzählen hatte. Alles, was noch ging, war zuhören. Aber sogar das strengte mich an.

Lektion 2: Lärm ist der Feind des Stimmpatienten. Wo Gesunde automatisch ein bisschen die Stimme anheben wegen der Hintergrundmusik, muss ich mich richtig anstrengen, um noch halbwegs vernommen zu werden.

Schöne laute Welt

Eine mahlende Kaffeemühle, ein knatterndes Motorrad oder Kindergeschrei bringen jede Unterhaltung für mich zum Erliegen. Dadurch bin ich insgesamt viel lärmempfindlicher und genervter geworden – selbst wenn ich gerade nicht spreche.

Mittlerweile sind die meisten Restaurants OK; Bars oder Clubs mit lauter Musik halte ich nicht lange aus. (Zudem legt sich der Rauch auf die Stimmbänder.) Länger gegen Geräusche anschreien müssen macht mir Kopfschmerzen. Mit anderen Worten: Ich gehe kaum noch aus.
Diskussionen mit mehreren Leuten sind anstrengend. Telefonkonferenzen: der Horror. Vor allem, wenn einer der Teilnehmer ein mächtiges oder besonders sonores Organ hat.

Was daran so schwierig ist? Erst, wenn es nicht mehr funktioniert, fällt einem auf: Eine „normale“ Unterhaltung sieht oft so aus, dass sich Menschen abwechselnd ins Wort fallen. Wieder und wieder.
Ich musste lernen, dass das nicht mehr geht. Denn mein Wortbeitrag wird nicht gehört. Manchmal versuche ich es trotzdem – zwei, drei Mal. Und denke: Sind die taub? 😮

Lektion 3: Ich muss andere ausreden zu lassen. Geht ja nicht anders. Manchmal kommt dann gegen Ende des Gesprächs meine Chance einzuhaken. Manchmal auch nicht, wenn sich die Runde plötzlich auflöst.

Dominanz per Stimme

Lektion 4: Sich durchsetzen in einer hitzigen Diskussion: schwierig. Dann noch ein paar Alphamännchen mit sonorer Stimme – keine Chance.
Oder jemand, der bewusst seine Stimme einsetzt, um zu dominieren. Ist gar nicht mal so selten. Manche Menschen haben ein denkbar aggressives Kommunikationsverhalten. Reden einfach über andere weg. Das passiert mir ständig. Und ich kann nichts dagegen tun.

Wenn ich mit Gewalt versuche, jemanden zu übertönen, fange ich an zu pressen. Dann kommt noch weniger raus. Die Atmung wird flacher, es geht immer schlechter. Ein Teufelskreis. Sich anstrengen bringt also nichts.

Seitdem unterhalte ich mich lieber mit introvertierten Menschen. Die hören zu und fallen einem nicht ständig ins Wort. Extrem Extrovertierte sind mir zu anstrengend. Und sie haben die Aufmerksamkeitsspanne von einem Goldfisch.

Die Lauten machen die Welt kaputt. ~ Rosemary Weissman

Versteht mich nicht miss
„Das Wetter ist toll.“ – „Ja, wir brauchen noch Milch.“ Solcherlei Dialoge kannte ich eigentlich nur von einem australischen Freund, dessen Akzent ich auf Deibel-komm-raus nicht verstehen konnte. Also verstand ich etwas anderes.

Heute erlebe ich das oft bei Gesprächspartnern. Sie verstehen einfach IRGENDWAS, wenn sie mich nicht richtig hören. Ich weiß nicht, ob es immer nur an mir liegt. Vielleicht gibt es viel mehr Schwerhörige, als wir denken.

Im Klamottenladen. Ich: „Ciao, schönen Feierabend!“ Verkäuferin: „Ja, es ist sooo kalt hier drin, die Klimaanlage ist wohl nicht richtig eingestellt.“ ?????? Meistens lasse ich das Missverständnis durchgehen – ist eh egal. So vieles ist überflüssig, was geredet wird.

Manchmal muss ich aber korrigieren und – höflich, wie ich bin – lasse ich es meistens wie meinen Fehler aussehen: „Ich meinte eigentlich…“
Lektion 5: Manchmal erzählt man die dollsten Sachen, ohne es zu wissen. 🙂

Ma mo mu oa ea hopp wopp sopp: Logopädie

Die OP ist jetzt fünf Jahre her. Fünf Jahre, in denen ich es mit Hilfe meiner Logopädinnen und der Atemtherapeutin geschafft habe, meine Stimme ganz gut wieder hinzukriegen. Nach vielleicht 200 Stunden Therapie und zwei Reha-Aufenthalten.

Eines Tages begrüßte mich meine Logopädin in ihrer Praxis mit einem kläglichen Krächzen: Eine Halsentzündung hatte sie böse erwischt. Nachdem wir uns über die Ironie der Situation amüsiert hatten, fragte ich sie: „Und, wie isses so für Sie?“

Sie wusste sofort, was ich meinte. „Nun ja,“ meinte sie. „Man wird irgendwie ganz anders wahrgenommen. Die Bäckersfrau hat mich vorhin angeblafft, als sie meine Bestellung nicht verstehen konnte: Was?! Und die Blumenfrau guckte mich ganz böse an, weil sie dachte, ich hätte nicht gegrüßt. Dabei war ich wohl einfach zu leise. Jetzt weiß ich ungefähr, wie meine Patienten sich fühlen…“
Lektion 6: Eine schwache Stimme wird mit einer schwachen Persönlichkeit assoziiert. Da kann man mit der Dampfwalze einfach mal drüber.

Du bist deine Stimme

Ihr macht Euch keine Vorstellung, WIE STARK die Stimme auf das Gesamtbild einer Persönlichkeit wirkt. Einmal war Dieter Bohlen heiser bei DSDS und konnte seine fiesen Sprüche nur noch piepsen. Autorität? Witzigkeit? „Pop-Titan“? Pffff.

Oder schaut Euch diesen Youtube-Klassiker an. (Ja, auch ich kann mich darüber kaputtlachen. Aber stellt Euch diese Menschen mal bei einem Bewerbungsgespräch vor. Oder auf dem Amt. Am Telefon. In einem vollen Restaurant.)

Stimme, Stimmung, Stimmigkeit

Stell Dir vor, Du hättest ein Blaulicht auf dem Kopf, dass jedesmal Alarm schlägt, wenn Du – nun ja, sagen wir mal: emotional beteiligt bist bei einem Thema. Oder einfach nur gestresst. So ist es bei mir. Es gibt Situationen, wo meine Stimme „kippt“.

Bei UnSTIMMIGkeiten, Aufregung, im Konflikt. Manchmal weiß ich es vorher, manchmal bin ich überrascht. Und manchmal ist die trockene Luft der Klimaanlage schuld oder ein nervtötender Milchaufschäumer. Manchmal passiert es einfach so.

Irgendwo anrufen und vor Aufregung nur noch piepsen können. In einer Verhandlung plötzlich anfangen zu krächzen. Sich von einem Moment auf den anderen in Eddie Murphy verwandeln.
Lektion 7: Stimme gleich Stimmung. Die Stimme ist ein Verräter.

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Auch „Stimmigkeit“ kommt von „Stimme“: Was ist stimmig in meinem Leben, was nicht? Diese Frage begleitet mich seit der Stimmbandlähmung. Meine Stimme zeigt es mir an – ziemlich zuverlässig. Denn der Kehlkopf ist so aufgehängt, dass jegliche Verspannung im Körper sofort Auswirkungen auf die Stimme hat.

Gleiches gilt für den Kiefer. Der wertvollste Tipp aller Zeiten von meiner Atemtherapeutin: „Ist der Kiefer entspannt, ist der Körper entspannt.“ Einfach mal ausprobieren. Falls Ihr Einschlafprobleme habt: Lasst mal den Kiefer hängen…
Lektion 8: Die Stimme ist auch ein Wegweiser geworden, den ich nicht mehr missen möchte.

Fazit: Viel reden ist anstrengend. Laut reden ist anstrengend. Telefonieren ist anstrengend. Viel zuhören ist anstrengend. Lärm ist ein permanenter Störfaktor – und in der Großstadt ist er überall. Ratschläge sind auch Schläge. („Vielleicht mal mit Salbei gurgeln…“) Öfter mal die Klappe halten kann auch ganz schön sein. Unsicherheitsfaktor: Nicht wissen, was rauskommt, wenn man den Mund aufmacht.

Die Pressesprecherin, die nicht mehr sprechen kann. Das Universum hat Humor.

Einigermaßen normal
Mittlerweile klingt meine Stimme wieder normal – meistens. Also, zuhause entspannt auf der Couch. Alles andere ist eine Belastung. Längeres Telefonieren, Vorträge, Leute treffen – kräftezehrend.

Richtig laut geht immer noch nicht. „Es ist physikalisch“, sagt die Phoniaterin. „Sie werden nie wieder die Durchdringungsfähigkeit haben wie vorher. Ihrer Stimme fehlen bestimmte Frequenzen.“

Lesung SMW HH
Bloglesung auf der Social Media Week in Hamburg. Ich trage mein Marktschreier-Set: Mikro + Lautsprecher am Gürtel. Neben mir Wasser, um die Stimmbänder feucht zu halten.

Es hat Jahre gedauert, aber ich kann jetzt wieder eine kurze Unterhaltung von Zimmer zu Zimmer führen. Jemanden von hinten rufen! Ich hab richtig gefeiert, als das wieder ging. (Lange Zeit musste ich zu demjenigen hinlaufen, um überhaupt wahrgenommen zu werden.)

Der Mensch ist kaputtbar

Ich hatte sehr damit zu kämpfen, plötzlich ein Defizit zu haben. Nicht zu funktionieren. Nie wieder so zu funktionieren wie andere. Es gibt Menschen, die haben viel heftigere gesundheitliche Probleme, gehen aber anders damit um. Ich weiß jetzt, dass ich sehr schwer damit klarkomme.

Im Netz gibt es diese Filmchen, die die Amis „inspiration porn“ nennen: „Ich hab keine Arme, bin aber trotzdem Surfweltmeisterin geworden.“ Ihr wisst, was ich meine. Bei mir war es anders. Nicht mehr zu können, wie ich will, hat mich zutiefst verunsichert.

Es gab einmal einen Punkt, an dem ich dachte: Wenn es so bleibt, weiß ich nicht, ob ich so leben will. Nicht gehört zu werden (damals im Job gleich doppelt: inhaltlich UND akustisch), nicht mehr wahrgenommen zu werden, mich als Person nicht mehr so ausdrücken zu können, wie ich will – das war für mich ein tiefer Einschnitt in meine Lebensqualität, ja, meine Identität. Ich war nicht mehr ich.

Vielleicht traf es mich so hart, weil ich an Worte glaube. Ich hab schon als Kind ununterbrochen geredet. Worte sind mein Medium; ich lebe durch Sprache – für andere ist es vielleicht Bewegung. Oder Musik, Farben, Texturen. Manche Menschen erschließen sich die Welt über Zahlen. Whatever.

Ich habe mal einen TV-Beitrag über eine Opernsängerin gedreht. Eine spröde Frau; ich fand keinen Zugang zu ihr. Bis sie anfing zu singen. Alles, was sie war, packte sie in ihren Gesang. Da verstand ich sie. Undenkbar, wenn diese Frau eines Tages nicht mehr singen könnte …

Würde ich alles rückgängig machen, wenn ich könnte? Ich weiß es nicht. Immerhin habe ich sehr viel gelernt. Ich bin jetzt jemand anders. Ich rede weniger und schreibe mehr. Und wahrscheinlich ist das gut so.

Der Verlust macht Künstler aus uns allen und lässt uns neue Muster in den Stoff unseres Lebens weben. ~ G.W. Crosby

Titelfoto: Ryan Pouncy, Unsplash.com
Gif via giphy.com
Foto Lesung: privat

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39 Kommentare

  1. skully

    Hm, dein Post macht nachdenklich. Ich bin ja auch so eine Labertasche. Ich denke mir würde es ähnlich ergehen. Man hat ja manchmal so Gedanken wie „was wenn du erblindest“ oder ähnliche Sachen. Natürlich schiebe ich diese Gedanken auch gleich wieder beiseite und ersetze sie durch positive Gedanken.
    Da mir im Grunde nichts fehlt, ist meine Sichtweise auf dieses Themen anders. Natürlich kommt Mitgefühl auf. Nur Mitleid oder die erwähnten Ratschläge sind das letzte Betroffene gebrauchen kann. Und doch weiß man nicht so recht wie man Menschen mir Handycap begegenen soll.
    Als ich so Mitte 20 jahre alt war, so ich einen Rollstuhlfahrer der einen Bordstein runter wollte. Ich sprang zu ihm und wollte ihm ungefragt helfen…zurecht blaffte er mich an.
    Heute „übersehe“ ich Handycaps. Ein Kollege hier hat nur ein Bein. Er nutzt Krücken um zu laufen. (Er eine Protese daheim, aber so ist es im Büro für ihn wohl vorteilhafter). Wir scherzen viel miteinander. Manchmal geht“ er ein Stockwerk im Bürogebäude vor mir hoch. Wenn es zu langsam ist, fällt schon mal ein Spruch…läufts wie ein Opa die Treppen hoch, gehts nicht schneller“
    Er reagiert mit Gegensprüchen…genau so als ob er kein Handycap hat. Ich glaube das passt.
    Nur wie macht man das bei dir? Klar denken alle du hast die Nacht durchgefeiert oder eine Atemwegserkrankung…Also wie erkennen, das es ein handycap, welches dauerhaft vorhanden ist? Hm….
    Noch ein Beispiel aus dem Büro. Wir haben hier einen Supporter in der IT, der spricht so leise, man zu 100% genötigt ist, nachzufragen was er gesagt hat…und ja auch ich hab manchmal dazu keine Lust. Sprich manchmal sage ich auch einfach jaja…
    Also auch nicht einfach, der Umgang damit.

    • Hehe, den Spruch mit der durchfeierten Nacht hat ein Kollege auch mal gebracht. Oh Mann, wenn’s mal so wäre! 😉 Gute Frage, wie ein angemessener Umgang aussehen könnte. Da hab ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Mitleid finde ich jedenfalls sehr unangenehm. Am meisten freue ich mich, wenn jemand einfach mitdenkt. Also, eine Freundin, die im Restaurant sagt: „Wir setzen uns mal nicht direkt unter die Boxen.“ 😀 Oder wenn jemand das Autoradio ausmacht, damit ich nicht so pumpen muss. Aber letztlich muss ich halt einfach damit klarkommen. Unsere Welt ist laut.

  2. Liebe Lydia, ich stelle mir das sehr schwierig vor, die Stimme zu verlieren. Aber noch schlimmer sicherlich wäre es, der inneren Stimme lebwohl zu sagen. Und ich hoffe sehr, dass diese dich durch die „lauten Zeiten“ tragen wird. LG Heike

    • Danke. Seit ich weniger rede, höre ich die innere Stimme sogar mehr… Manchmal glaube ich, es wäre einfacher gewesen, wenn die Stimme ganz weg gewesen wäre. Dann hätte ich mich darauf einstellen können. Diese Unzuverlässigkeit ist das Schlimmste: mal normale Stimme, mal Gekrächz. Aber trotzdem hatte ich noch Glück. Kenne auch andere Fälle…

      • Ich finde das unvorstellbar. Dein Bericht hat mich echt zum Nachdenken gebracht.

        • Zumal man als Kopfarbeiterin ja oft denkt: Was soll mir schon passieren? Ich hab da noch was in petto – andere Geschichte… 😉

  3. Hallo Lydia, ein trauriger, aber auch wichtiger Artikel. Danke, dass du deine Erfahrung mit uns teilst. Ich glaube, auch mich würde es hart treffen, wenn ich eingeschränkt wäre und ich freue mich, dass du dank Logopädin und Atemtherapeutin etwas bewirken konntest.:)
    Und ja, die Stimme macht so unglaublich viel aus, ich merke das beim Theater auch. Allein die Betonung, die unterschwelligen Signale, der Tonfall … und ja, letztendlich auch die Lautstärke.
    Einander anschreien macht mich auch wahnsinnig. Ich komme aus einer Familie, in der sich dauernd alle gegenseitig von der Lautstärke ger überboten haben. Für mich war das nichts, ich fing dann an, mich am Esstisch mit dem Finger zu melden, wenn ich irgendwas sagen wollte. Das fanden alle witzig, aber bis heute ist es so, dass ich an Gesprächen in der Familie müttlerlicherseits nicht gut teilnehmen kann, weil ich nicht zu Wort komme. Leider unterbreche ich auch oft meinen Mann und versuche, das einzudämmen, denn mich nervt dieses Verhalten auch.
    Ist auch ein interessantes Thema im Bereich Status, da werde ich beim nächsten Workshop mal mit „Ausreden lassen“ und „Unterbrechen“ arbeiten – danke für die Inspiration!
    lg,
    Sarah

    • Gerne, freu mich. In meiner Fmailie reden auch immer alle gleichzeitig. 🙂 Ein Freund meinte mal, er könne Woody Allens Filme nicht ertragen, weil da alle immer durcheinander reden. Und ich so: Ach, wie bei mir zuhause! 😀

  4. Ich versteh auch oft was anderes, als gesagt wurde. Bin wohl auch schwerhörig 😀 oder jemand spricht so ungenau, dass ich mir irgendwas zusammenreime. Bin froh, dass du deine Stimme wieder hast. LG

    • Vielleicht mal checken lassen? 😛 Ich kenne das aber auch manchmal, dass ich gerade irgendwas im Kopf habe und dann was verstehe, was dazu passt.

      • Hab ich schon. Is alles gut. Ich glaub ich bin einfach zu sehr in meiner Welt, oft 😉

  5. Hey, das Foto kenne ich irgendwoher! 😛
    Und krasse Geschichte – an sowas hätte ich nie gedacht, als ich dich getroffen habe!
    LG

  6. Danke dafür. Ich vermute, dass ich mir bis gerade eben kaum Gedanken über meine Stimme gemacht habe. Und wie es ist, nur mit einem Teil von ihr zu Leben. Wie sehr sie Ausdruck von mir ist. Über deinen Text werde ich bestimmt noch viel nachdenken.
    Und wenn auch aus anderen Gründen, habe ich schon sehr oft festgestellt, dass viele, eigentlich sogar die meisten, Unterhaltungen aus ständigen Unterbrechungen bestehen. Für mich ist das oft sehr unerträglich – und auch der Grund, warum ich mit mit manchen Menschen bzw. Gruppen nur selten treffe – obwohl ich sie sehr mag.
    Liebe Grüße,
    Sarah

  7. Eine ehrliche Haut zählt mehr als die beste, aber unehrliche Rhetorik.

  8. Sandra

    Liebe Lydia, ich bin selber betroffen (HWS OP und Parese rechts) und ich kann jedes Wort so gut nachvollziehen. Ich wäre nur selber nicht in der Lage gewesen, dies so gut zu be- bzw. Umschreiben. Hinzu kommt noch, dass das Niesen und Husten sich anders anfühlt als vorher. Oder das Kraft aufbringen über den Stimmlippenverschluss nicht mehr möglich ist. Kennst du die Frage: Na gestern etwas spät geworden? Oder wenn man sich einfach aufregen möchte und klingt wie ein Eunuch und man sich selber nicht richtig ernst nehmen kann? Humor ist zum Glück mein stetiger Begleiter und mein bester Freund und Geduld mein zwangsläufiger Partner. Liebe Grüße aus Berlin Sandra

  9. […] genug, meine Argumente sind nicht überzeugend genug, vielleicht bin ich dank meiner Stimmbandlähmung auch einfach zu leise“, dachte […]

  10. […] Barcamps haben dazu beigetragen, dass ich mehr Sicherheit bekommen habe, spontan und frei zu sprechen. (Es gibt mehrere Gründe, warum das für mich schwierig ist – einer davon ist eine unzuverlässige Stimme.) […]

  11. Fabienne Schultheiss

    Liebe Frau Krüger
    Mit vielen „oh ja das kenne ich“ habe ich ihren Bericht gelesen.
    Bei einer OP der Rachenmandeln, mit 11 1/2Jahren wurde mir das rechte Stimmband verletzt und ist seither gelähmt. Nur, wurden meine Eltern on den Ärzten nicht darüber informiert. So kamen Symptome, die ich nicht als solche erkannte, wie Tagesmüdigkeit, mit der Zeit eine immer rauhere Stimme, später Muskelschmerzen und die ganzen misslichen Umstände der Lautstärke welche psychisch belasteten.
    Nach über 20 Jahren des Leidens durfte ich mir einen „Silikonkeil“ per OP einsetzen lassen um somit das gelähmte Stimmband zu medialisieren un dem gesunden Stimmband den Stimmbandschluss zu ermöglichen.
    Seither hat sich meine Lebensqualität erheblich verbessert und ich erfreue mich an einer klingenden Stimme. Ich würde es wieder machen.
    Freundliche Grüsse
    Fabienne Schultheiss, Schweiz

  12. […] war ich als Kind extrovertierter und habe mich über die Jahre (auch dank Meditation und dem drohenden Verlust meiner Stimme) stärker in Richtung Introversion entwickelt. Es ist aber nachgewiesen, dass die meisten Menschen […]

  13. Britta Schlüter

    Zum Beitrag „Wie ich meine Stimme verlor…“

    Liebe Kollegin,

    ich war zehn Jahre lang Pressesprecherin, bis ich genau wie Sie durch eine Operation meine Stimme verlor, im Jahr 2016. Beim Lesen Ihres Beitrages kamen mir die Tränen. Ich kann jedes Wort, ja jeden einzelnen Buchstaben nur unterschreiben, es geht mir genauso wie Ihnen. Ihr Beitrag hat mir aber auch neue Energie und Zuversicht gegeben. Melden Sie sich an dieser Stelle, bei Interesse an weiterem Austausch. liebe Grüsse!

    • Lydia

      Wow! Ja, melde Dich gern unter meiner E-Mail-Adresse: lydia [at] bueronymus.de. Ich duz hier alle, hoffe, das ist OK.

  14. Das ist ja schlimm, wie du mit so etwas elementarem, wie dem Sprechen und der Stimme Probleme bekommen hast. Ich war vor Jahren mal in einer ähnlichen Situation durch eine Krankheit. Aber fortwährende Sprachtherapie hat mir weitergeholfen und heute kann ich wieder normal sprechen und mich in Diskussionen behaupten.

  15. Ich hatte letztens eine Vollnarkosebehandlung und zum Glück lief alles gut!
    Aber vor einigen Woche hatte ich eine Mandelentzündung die aber komischer weise in wenigen Tagen weg war und dann von einen Tag auf den anderen hatte ich keine Stimme mehr. Ganz leise und kratzig, eigentlich nicht wirklich hörbar. Ich bin zum glück auf sehr höffliche und geduldige Gesprächspartner gestoßen. Nach Tag drei war ich am Ende, ich habe geweint weil ich es doch liebe zu singen und ich spreche doch auch so gerne. Meine Ärztin wusste nicht warum meine Stimme weg war. Nach einigen Wochen konnte ich dann wieder ein bisschen mehr sprechen und jetzt nach einem halben Jahr kann ich wieder ein bisschen Singen, nicht wie früher aber es gibt mir Hoffnung. Ich verstehe dein Gefühl ein bisschen und wünsch dir alles gute für die Zukunft!

    • Lydia

      Danke! Der schlimmste Moment war für mich, als die Phoniaterin zu mir sagte: „Das wird immer so bleiben, wie es jetzt ist.“ Der beste Moment war, als ein Logopäde erzählte, dass die Stimme bei einem Patienten nach 7 Jahren plötzlich zurückkam. Gib die Hoffnung nie auf und bleib dran. Mach Logopädie, mach eine Reha, kümmere Dich um Dich. Alles Gute, Lydia

  16. Katja

    Liebe Lydia,

    danke für Deinen Artikel. Ich liege gerade, vollkommen erledigt und den Tränen nahe, nach einem Nachmittag mit meinen Kindern, auf der Couch. Reden ist so unfassbar anstrengend. Heute morgen beim Logopäden war ich noch so guter Dinge!
    Meine Nebenschilddrüsenadenom-OP ist erst 2 Wochen her, aber der Stimmnerv wurde verletzt und ich habe eine einseitige Stimmbandlähmung. Ich hoffe noch sehr, dass es wieder in Ordnung kommt. Auch ich brauche meine Stimme im Job. Also eigentlich brauchen wir sie ja alle im Job ;o)

    Und zu Hause mit 2 kleinen Kindern und kaum hörbarer Stimme ist blanker Horror!!!

    Liebe Grüße und Danke!
    Katja

    • Lydia

      Hi Katja, genauso sieht‘s aus. Ich bin immer noch megagestresst, sobald ein Motorrad vorbeikommt oder im Café die Kaffeemühle angeht. Das hört wohl nie auf. Hast Du mal Hilfsmittel wie Trillerpfeife oder Stimmverstärker (günstig von Amazon) versucht? Auch mit Körpersprache kann man viel machen. Ich wünsche Dir von Herzen, dass es besser wird. Bei mir haben die Logopädie und 2 Rehas (Empfehlung Bad Gögging!) viel gebracht, auch wenn die Kraft nicht mehr so ist wie vorher. Alles Gute, Lydia

  17. Katja

    Trillerpfeife!!!
    Welch einfache aber gute Idee! Bisher mache ich mich mit Klatschen bemerkbar ?

    Danke und Dir auch alles Gute

  18. Maximilian Hechenberger

    Hi Lydia,

    Als erstes möchte ich dir für deinen Blogeintrag danken :). Als ich diesen durchgelesen habe sind mir wirklich die Tränen gekommen weil ich jedes deiner Worte nur zu gut nachvollziehen kann. Habe seit einer Operation(bei der wohl leider ein fehler passiert ist) eine rechte einseitige Stimmbandlähmung und das seit meinem 19. Lebensjahr. Seit dieser OP hat sich mein Leben auf drastische Weise verändert.(interessanterweise nicht nur ins negative ;))

    Wo soll man nur anfangen? Ich glaube, dass uns(Stimmbehinderte) kaum ein normaler Mensch verstehen kann in dem was wir psychisch Durchmachen müssen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich die scheis Lähmung bekommen habe in einer Zeit wo man auf der Suche nach sich selber ist (gerade auch interesse am anderen Geschlecht hat usw). Plötzlich wird alles zum Problem, mal abgesehen davon, dass ich ca 2. Monate nach der Lähmung mich kaum verständigen konnte, brachte ich es mit hilfe von Logopädie und viel training auf ein relativ „normales“ Level(Jeder mit Stimmbandlähmung weis aber das dies noch Meilenweit von einer echten normalen Stimme entfernt ist) Die Stimme funktionierte zwar gut wenn keine Umgebungsgeräusche vorhanden sind oder man maximal nur mit einer (leisen)Person spricht, sobald du aber in einer Gruppe von Menschen unterwegs bist wirst du einfach nur mehr überhört(etwas das ich am anfang immer persönlich genommen habe, aber mittlerweile gelernt habe damit umzugehen)

    Kann dich so gut verstehen wenn du sagst du hälst es in Clubs/Bars oder unter lauten Menschen nicht lange aus. Mann sucht sich dann wirklich ruhigere Freunde, Problem bei mir ist dass ich eine sehr extrovertierte Freundin habe die ständig feiern gehen will(hatte schon öfter den Gedanken die Beziehung zu beenden, da es für mich einfach mega anstregend ist unter vielen Leuten beim „Vorglühen“ oder Feiern zu sein und ich zusätzlich dass Gefühl habe meine Freundin würde mich nicht richtig verstehen.

    Ein zusätzliches Problem ist die Stimmbandlähmung als Mann glaube ich, da wir von der Gesellschaft immer vorgelebt bekommen, dass Männer stark, laut, und selbstbewusst sein müssen. Wenn man eine Stimmbandlähmung hat wird man schnell als ruhig, schüchtern, wargenommen was bei einem Mann eher unattraktiv wirkt (da Frauen iwie schon den lauten, starken Helden wollen oder liege ich da komplett falsch?)

    Das Problem ist in unserer Gesellschaft „muss“ man als von „außen“ Gesunder Mensch funktionieren. Habe schon mehrere Jobs durch die ich zwar machen wollte, aufgrund meiner Stimme jedoch nach wenigen Wochen bereits gesehen habe das es für mich leider nicht möglich ist. Auch wollte ich immer auf die Uni aber als ich im letzten Jahr vor der Matura ständig Panickatacken bekommen habe wenn ich einen längeren Absatz laut lesen musste oder eine Präsentation hielt, dachte ich mir ich kann dass nicht noch weitere 3 oder 5 Jahre aushalten.

    Es wäre schön wenn es eine Selbsthilfegruppe für stimmstörungen geben würde(auch in meiner nähe) leider sind diese ziemlich selten. Hatte vor 5 Monaten eine Unterfütterung mit Calciumhydroxylapatit welche mir zwar das leise reden um einiges erleichterte, aber sobald ich laut reden muss ist meine Stimme jetzt noch schlechter als Vorher.

    In meiner Verzweiflung hatte ich nun vor kurzem eine Reinnervation mit Nerventransfer für den gelähmten Muskel, diese sollte laut Plan nach 3-4 Monaten wirkung zeigen. Jeden Tag bete ich, dass sich die besserung endlich einstellt.

    LG Maximilian

    • Lydia

      Hi Maximilian, danke für Deinen Kommentar. Ich glaube auch, dass kaum jemand nachvollziehen kann, was für einer psychischen Belastung wir ausgesetzt sind. Die Stimme wird wahnsinnig unterschätzt, weil sie für fast alle Menschen so selbstverständlich da ist. Wie atmen halt, da denkt man gar nicht drüber nach. Deshalb hab ich auch darüber geschrieben. Andererseits kann man ja vieles nicht nachvollziehen, wenn man es nicht selbst erfahren hat… Ich bewundere, dass Du nach operativen Lösungen suchst. Reinnervation klingt sehr interessant. Ich bin eher so drauf, dass ich ungern noch mal jemand an meine Stimmbänder lassen möchte. Ich hab auch schon mal darüber nachgedacht, eine Gruppe zu gründen – aber ich hasse Gruppen. 😀 Und ich möchte auch mich auch nicht zu viel mit meinen Defiziten befassen. Du schreibst: „Das Problem ist in unserer Gesellschaft „muss“ man als von „außen“ Gesunder Mensch funktionieren.“ Ich glaube, dass wir (genau wie chronisch Kranke und Behinderte) der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten können, indem wir zeigen, dass es auch anders geht, und uns unseren eigenen Weg durchs Leben suchen. Das ist schwer, aber es geht. Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest. Falls Du Fragen hast, kannst Du mir gern mailen (s. Impressum). Liebe Grüße, Lydia

      • Maximilian

        Hi Lydia,

        Wirklich, da man sich komplett über die Stimme definiert (und definiert wird). Irgendwie lernt man auch die restlichen Fähigkeiten der Kommunikation(Körpersprache, Augenkontakt usw.) soweit zu verbessern das ich das Gefühl habe meine Wahrnehmung hat sich gefühlt extrem verbessert wenn ich mich mit jemandem Unterhalte(würdest du das genau so sehen?).
        Kann genau verstehen was du meinst wenn du sagst du möchtest ungern noch jemanden an deine Stimmbänder lassen – vermutlich weil du wie bei mir die Lähmung aufgrund eines ärztlichen „Fehlers“ hast – was auch der Grund war warum ich 5 Jahre gewartet habe bis ich nochmal den „Versuch“ gewagt habe etwas zu verbessern.

        Die Reinnervation ist bei mir jetzt fast 2 Monate her und die letzten Tage habe ich Gefühlt eine bessere Stimme was sich in einem seelischen und psychischem Hochgefühl bei mir äußert (hoffentlich fängt die Reinnervation wirken an, Normalerweise dauert es 2-3 Monate bis sich eine Verbesserung einstellt) . Musste für diese Operation extra 5 Stunden mit dem Auto fahren und alles aus meiner eigenen Tasche zahlen, aber was macht man nicht alles um Gesund zu sein.

        Finde auf jeden fall, dass wir der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten sollten indem wir zeigen das es auch geht. Habe damit eher gemeint, dass ich mich nicht immer als erstes als der Typ mit dem Stimmproblem „outen“ möchte wenn ich mal jemanden kennenlerne und somit von „außen“ immer als sehr Gesunder Mensch gesehen werde (Obwohl man uns in manchen Situationen und Tagen als Behindert einstufen kann).

        Wenn du auch schon über die Gründung einer solchen Gruppe nachgedacht hast sollten wir uns vielleicht einfach mal zusammentun und ein Treffen veranstalten. Seit meiner Lähmung mag ich zwar auch keine Gruppen aber würde richtig gerne mal junge Leute kennenlernen welche die gleichen Probleme wie ich im Alltag haben. Habe zwar schon einige Menschen mit Stimmbandlähmung kennengelernt, die meisten davon waren aber bereits im Fortgeschrittenen Alter.

        Vielen Dank für deine netten Worte, wünsche dir auch, dass du deinen Weg findest(oder bereits gefunden hast).

        Liebe Grüße
        Sebastian

        • Lydia

          Hi Sebastian, ich dachte, Du heißt Max. 🙂 Leider hab ich momentan keine Zeit für eine Gruppe. Ich weiß, dass es eine Facebook-Gruppe gibt, die sich dem Thema Stimmbandlähmung widmet. Weiß aber nicht, wie gut das ist. Und hast Du mal eine Reha/Kur in einem Stimmheilzentrum gemacht? Da lernt man ja automatisch andere Betroffene kennen. Ich bin übrigens auch nicht mehr die Jüngste, hehe. Finde interessant, was Du schreibst in Bezug auf die erhöhte Wahrnehmung. So kann man es auch sehen, das ist sozusagen das positive Framing für die Reizüberflutung, die ich oft empfinde. Stimme Dir da definitiv zu, auf allen Ebenen ist die Wahrnehmung erhöht. Wir können gerne in Kontakt bleiben. Vielleicht schreibe ich auch noch mal was Neues zu dem Thema… Liebe Grüße, Lydia

  19. Ich bin erst gerade auf Dein Post gestossen – sehr eindrücklich! Mir geht es ähnlich wie Dir; Worte sind meine erste Ausdrucksform, einfach eher schriftlich als mündlich. Ich habe das relativ spät wirklich erkannt und habe mich auch schon gefragt, wie ich damit umgehen würde, nicht mehr Schreiben zu können – sei es, weil die Hände nicht wollen oder (schlimmer) der Kopf. Am Ende ist es die herausfordernde Frage nach der Identität: Was macht mich zu dem, was ich bin? Ich nähre mich da aus dem Glauben und weiss theoretisch, dass meine Identität nicht von meiner Aktivität oder Funktion etc. abhängt, aber wenn es dann hart auf hart kommt, muss man daran festhalten können. Wenn ich Deinen Blog lese, sehe ich jedenfalls, dass Dein Verlust auch der Gewinn der Leser ist – ich schätze Deine Texte sehr 🙂 Herzlich alles Gute! Claudia

    • Lydia

      Vielen Dank! Ja, wenn der Kopf erst hinüber ist, wird‘s schwierig. Hoffen wir das Beste …

  20. Andrea Herbst

    Hallo Lydia,
    Ich bin, wie Du, auch von einer linksseitigen Stimmbandlähmung betroffen, nur ist es bei mir idiopathisch, sprich, die Ursache konnte nicht ermittelt werden, organisch ist alles ok und eine OP an der Schilddrüse hatte ich nicht. Ich hätte hohen betrieblichen und psychischen Stress, worunter nun meine Stimme leidet. Da ich mich stimmlich nicht mehr sicher fühle, habe ich meinen Job als Sekretärin aufgegeben und arbeite nun im Home Office. Hier kann ich in Ruge meinem Job nachgehen und muss nicht immer wegen meiner mir versagenden Stimme Rechenschaft ablegen.
    Auch ich bin auf der Suche nach Betroffenen, um mich hin und wieder austauschen zu können.
    Viele Grüsse an alle, die mit mir leiden oder fühlen oder was auch immer

    • Lydia

      Hi Andrea, das tut mir leid zu hören. Über Stress werde ich demnächst mal was Längeres schreiben, das Thema wird extrem unterschätzt … Hast Du denn schon eine Reha gemacht? Bad Gögging kann ich empfehlen. Ansonsten viel Logopädie und Atemtherapie, falls Du das nicht eh schon machst. Schau mal auf Facebook, da gibt es eine Gruppe oder mehrere zur Stimmbandlähmung. Ansonsten kannst Du mich auch gern per E-Mail kontaktieren, wenn Du Dich weiter austauschen möchtest. Wünsche Dir alles Gute, Lydia

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