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Kategorie: Gesellschaft

Klopf, klopf! Wer ist da? Der Fachkräftemangel!

Seit über 8 Jahren bin ich jetzt als Texterin und Autorin selbstständig – und genauso lange schreibe ich schon Artikel über den Fachkräftemangel. Wie er sich verschärft und verschärft, dieser Schlingel. Der große Unterschied zu früheren Jahren ist, dass ich ihn jetzt schmerzhaft im Alltag spüre. Wenn ich daran denke, dass das erst der Anfang ist, wird mir schlecht.

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Die Größenwahnsinnigen

Ich weiß nicht, ob Ihr diese Tauchboot-Geschichte verfolgt habt. Auf dem Weg zum Titanic-Wrack war ein „experimentelles“ Tauchboot verlorengegangen, wurde tagelang vermisst, bis letztlich ein paar Überreste des Gefährts auf dem Meeresboden entdeckt wurden. Es ist höchstwahrscheinlich implodiert – Genaueres weiß man noch nicht. Das ist alles sehr tragisch für die fünf Passagiere, die bei diesem Abenteuer umgekommen sind und für deren Angehörige. Vor allem wäre es vermeidbar gewesen.

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Ganz nah dran

Ich will über Russland schreiben. Russland, den Aggressor, Russland, die Kriegsmaschine, Russland, die Propagandamaschine. Russland, das Land meiner Kindheit. Das bisschen Russland, das noch in mir ist. Ich würde lieber über die Ukraine schreiben – wie stark, wie freiheitsliebend, wie clever sie ist. Aber ich weiß nichts über das Land, es spielte bisher keine Rolle in meinem Leben. Ich fange jetzt erst an zu lernen.

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Filmkritik: Kognitive Dissonanz bei der BILD-Zeitung

Bisschen late to the party, aber ich habe vor Kurzem die BILD-Doku auf Prime gesehen. Ihr Titel „BILD. Macht. Deutschland?“ ist genauso unangenehm wie die ganze Doku. Das Filmteam hat die BILD-Redaktion ein Jahr lang begleitet, völlig unzensiert. Zensur wäre aber auch gar nicht nötig gewesen, denn das Filmteam war wohl komplett verzaubert von BILD. „Das ist doch ein Werbefilm für die BILD-Redaktion“, dachte ich anfangs irritiert. Kritische Fragen, Konfrontation mit Fakten, journalistische Einordnung? Fehlanzeige.

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Die große Vermarktung

„Was würdest du machen, wenn du nicht mehr arbeiten müsstest?“, fragte ich einen Freund. „Ach geil“, meinte er, „dann müsste ich mich nicht mehr auf XING und Linkedin selbst vermarkten.“ Ich glaube, er war selbst überrascht, dass ihm das als Erstes eingefallen ist.

Das mit der Selbstvermarktung kannte ich ja früher nicht. Im Osten haben wir einfach gearbeitet und gut war’s.

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I bims, die Klimakatastrophe

Es sind gute Tage für Klimaaktivist:innen. So schlimm das auch alles ist, so sehr es mich mitnimmt zu sehen, wie Menschen alles verlieren, Flüchtlinge im eigenen Land werden, mit nichts als ihren Schlafanzügen auf dem Leib zu Nachbar:innen oder Verwandten flüchten müssen. Leute, die vor ein paar Tagen noch in ihrem Garten gewerkelt haben oder ihre Werkstatt renoviert haben, stehen vor dem Nichts. Auf eine perverse und verzweifelte Art gibt mir das Hochwasser dennoch Hoffnung: die Hoffnung, dass die Mehrheit der Menschen endlich begreift, was die Klimakatastrophe bedeutet.

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Landleben: Rin inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln

Eben laufe ich am Café nebenan vorbei. Davor sitzt eine Frau mit riesigen weißen Kopfhörern und telefoniert: „… die hat ein Grundstück direkt am Wald. Direkt am Wald! Riesengroß! Mit Hühnern!“ Diese Frau ist wir alle. Ganz Berlin träumt von der Flucht aufs Land – wegen Corona noch mehr als ohnehin schon. Und tatsächlich, wer ein Grundstück außerhalb hat, konnte sich dort verschanzen und den „Lockdown“ aussitzen.

(Epidemiologisch natürlich eine Katastrophe, da das Virus so im Umland verteilt wird, wo die medizinische Versorgung schlechter ist – aber menschlich verständlich.) Tatsächlich sind die Sommerhäuser der Oberschicht in Zeiten von Epidemien entstanden, wie ich neulich gelesen habe.

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Der Kongress der Tiere

Erschöpft leckte sich die Löwin das Fell. Puh, es war nicht so einfach gewesen, Abgeordnete aller Wildtierarten nach Afrika zu bekommen. Andererseits wurden es von Jahr zu Jahr weniger – daher war es leichter als beim letzten Gipfeltreffen. Der World Wild Animal Congress (WWAC) war eine logistische Herausforderung: die Anreise von allen Kontinenten, die riesigen Wasserbecken für die Meeres- und Süßwassertiere, die Schwertransporte für die Großtiere. Nicht zu vergessen die Sicherheitsvorkehrungen für die Tierarten, die von anderen als Mittagssnack betrachtet wurden. Und dann musste man auch noch den Delphinen und Schimpansen in den Allerwertesten kriechen, damit sie netterweise wieder dolmetschten. Die bildeten sich ganz schön was ein auf ihre Intelligenz.

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