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Bilanz 2025 und Jahresmotto 2026

Das hier wird eine buchstäblich etwas verschnupfte Bilanz des demnächst vergangenen Jahres – ich bin jetzt nämlich zum dritten Mal hintereinander krank. Arrrgh! Anscheinend hasst mich der Winter genauso wie ich ihn. Dabei war 2025 ein ganz gutes Jahr, in dem ich viele neue Sachen ausprobiert habe.

Zum Beispiel habe ich gleich zwei neue Hobbys angefangen. Da ich früher kaum Hobbys hatte, bin ich ziemlich begeistert. Da ist zum einen das intuitive Bogenschießen, über das ich schon geschrieben habe. Irgendwie witzig, dass mich mein Jahresmotto „Fokus“ zum Bogenschießen gebracht hat. Mehr Fokus geht ja kaum. Das zweite Hobby hatte ich Euch bisher verheimlicht: Ich habe mir ein Boot gekauft. Und zwar, weil ich schon immer extrem glücklich war auf Booten jeder Art und Größe.

Auf dem Wasser vergesse ich alle Sorgen, da entspanne ich und lasse die liebe Göttin eine gute Frau sein. 😀 Man ist so weit weg von allem (auch wenn es nur das 5 Meter entfernte Seeufer ist 😉 ). Im Extremfall ist die ganze Welt weg: Als ich einmal auf einem Schiff war, richtig draußen auf dem Meer, stieg ich auf eine Plattform ganz oben und blickte mich um: 360 Grad nur Wasser und Horizont, kein Land in Sicht. Ich dachte, mein Gehirn platzt gleich.

Jedenfalls habe ich immer von einem eigenen Boot geträumt – am besten einer Jacht. 😀 Aber dann habe ich von einer Kundin erfahren, dass es ziemlich gute aufblasbare Kayaks gibt. Jahre später und nach mehreren Wochen Recherche habe ich mir endlich eines zum Geburtstag geschenkt. Seitdem mache ich die Berliner Seen und Flüsse unsicher. Was für ein Spaß!

Man bekommt einen ganz anderen Blick für die Stadt, wenn man im Paddelboot unterwegs ist. Ich entdecke ganz neue Ecken von Berlin (und im nächsten Sommer hoffentlich auch das Umland). Das Paddeln fällt mir erstaunlich leicht. Klar, am Anfang gibt’s ein bisschen Muskelkater, aber mein Kraftsport-Training kommt mir da schon zugute.

Der Vorteil des aufblasbaren Kayaks liegt auf der Hand: Ich kann es nach der Tour zusammenpacken und mit dem Auto (oder demnächst auch mit dem E-Bike, mir fehlt da noch ein Zubehör) wieder mit nach Hause nehmen. Zusammengepackt nimmt es ungefähr so viel Platz weg wie 1 1/2 große Wanderrucksäcke. Theoretisch könnte ich es auch auf dem Rücken herumtragen, aber soweit bin ich kräftemäßig dann doch noch nicht. Ein „richtiges“ Kanu wäre transportmäßig immer ein Problem.

Natürlich kann es mit seinen Eigenschaften (habe sexy neue Fachbegriffe gelernt wie „Geradeauslauf“ und „Kenterstabilität“) nicht mit einem traditionellen Kayak mithalten. Einmal sah ich eine Gruppe von Kayakfahrern in ihren schnittigen Booten zügig an mir vorbeiziehen. Die liegen natürlich schon etwas besser im Wasser als meins.

Aber ich bin sowieso in meinem eigenen Tempo unterwegs, mache immer wieder Pausen, snacke oder lasse die Füße ins Wasser hängen. Manchmal bin ich so entspannt, dass ich auf meinem Boot ein Nickerchen machen könnte. Leider haben Boote die Angewohnheit abzutreiben. 😀

Mit meinem Luftboot bin ich völlig autark unterwegs, kann jederzeit loslegen, wenn das Wetter stimmt. Der Sommer war ja eher kühl und verregnet, sodass ich mein Boot nicht so oft zu Wasser lassen konnte, wie ich es gern gewollt hätte. Schon jetzt freue ich mich auf den nächsten Sommer. Vielleicht kriege ich es sogar hin, mal die Peene herunterzupaddeln – auf den Spuren meines Vaters, der dort als Junge mit seinem Faltboot unterwegs war.

Das fällt mir wieder auf, dass ich Dinge von meinem verstorbenen Vater übernehme – erst das Gärtnern und das Interesse an Geschichte, jetzt das Boot fahren. Und meine erste politische Rede gehalten habe ich dieses Jahr auch. 😉

Icke am Redner*innenpult bei der BDK in Hannover
Icke im Sonnenblumen-Overkill

Politik – ein bisschen

Überhaupt hatte ich mir überlegt, den Grünen noch mal eine Chance zu geben und erneut zu versuchen, mich politisch zu betätigen. Karteileiche zu sein, finde ich irgendwie blöd. Meine Motivation war ja, mich an der Demokratie zu beteiligen. Denn, wie Robert Habeck sagte: „Demokratie ist kein Zuschauersport.“ Wie viel man eigentlich selber bewirken kann (mitunter nur durch ein paar Chatnachrichten), habe ich aber erst begriffen, als ich angefangen habe, selber mitzumachen.

Mein Problem bei der ganzen Beteiligung ist, dass ich erstens lange nicht so richtig mit Leuten warm geworden bin, zweitens hasse ich Meetings und öde Dokumente (und Politik besteht zu einem großen Teil genau daraus) und drittens habe ich nicht so richtig ein Spezialgebiet, bei dem ich mich einbringen kann.

Wir haben z. B. bei uns Leute, die haben Regenwassermanagement oder sowas studiert und können dann in den entsprechenden Arbeitgruppen ihr Fachwissen einbringen. Mein Spezialwissen ist ja Kommunikation und ein bisschen Psychologie, also fachübergreifend. Und ein bisschen Außenpolitik, da ich als Diplomatenkiddo damit aufgewachsen bin. Bei uns wurde ja am Abendbrottisch fast nie über das Naheliegende diskutiert, sondern eher über den Nahen Osten oder Afghanistan.

Jetzt habe ich eine Nische entdeckt, wo ich meine Talente einbringen kann und mit netten Menschen zusammenarbeiten kann – und siehe da, es macht wieder richtig Spaß. Nach 10 Jahren Selbstständigkeit und der Pandemie endlich wieder unter Leuten.

Ein Wermutstropfen in dieser neuen Gruppe war, dass der Gründer anfing, mich kleinzumachen und zu maßregeln. Das ist mal ein Vorteil des Älterwerdens: Ich beziehe sowas nicht mehr auf mich, sondern erkenne es  schnell als Muster (oder Diagnose 😛 ) und kann darauf reagieren. In diesem Fall bin ich sofort aus der Gruppe raus, um mich zu schützen. Das tat mir sehr leid, weil ich wirklich alle sehr mochte.

Ich fasse das jetzt hier mit ein paar sparsamen Worten zusammen, aber tatsächlich hat es mich tief getroffen und irgendwelche älteren Sachen bei mir getriggert – vielleicht aus der Schule oder von der Arbeit. Tagelang stand ich neben mir deswegen. Vor allem war es so schade, weil ich gerade eine Gruppe gefunden hatte, in der ich mich wohlfühle und wo ich reinpasse und gute Sachen machen kann.

Aber mir war klar, dass der Typ seine Spielchen nicht nur mit mir spielen würde, sondern alle in der Gruppe gegeneinander ausspielen würde. Und das wiederum würde die Gruppe irgendwann sprengen. Gottseidank kam es nicht ganz so schlimm: Ja, der Gründer machte weiter und schuf ein Klima der Angst. (Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Es geht um ehrenamtliche Arbeit und wir sind alle freiweillig da!)

Aber dann platzte die ganze Sache wie so ein überreifer Eiterpickel – und der Typ verließ die Gruppe. Einen Tag später war ich wieder dabei. 😀

Jetzt macht es mir sogar so viel Spaß, dass ich überlege, das Ganze zu professionalisieren (und mir darüber mehr Handlungsfreiheit zu erschaufeln, die in einer Partei natürlich begrenzt ist). Das würde allerdings vermutlich das Ende von Büronymus bedeuten und ich würde damit erhebliche persönliche Risiken eingehen. Andererseits mal was Neues. 😀

Ich bleibe bewusst etwas schwammig, weil ich in letzter Zeit wieder mehrmals die Erfahrung machen musste, dass ich vorsichtig von einer schon ziemlich ausgereiften Idee erzählt habe und dann wieder irgend so ein Typ den Drang hatte, die komplett zu zerlegen und EINE GANZ ANDERE IDEE daraus zu machen. Why?!

Vielleicht wird ja auch gar nix draus und es bleibt ein weiteres schickes Konzept auf meiner Festplatte. 😉 Das ist also eine Entscheidung, die ich demnächst treffen will.

KI und Preisexplosion

Mein Business läuft, gemessen an der Aufmerksamkeit, die ich ihm zuteil werden lasse, ganz gut. KI hat mir noch nicht den Job weggenommen. Im Gegenteil, ich habe nunmehr zwei Kunden, die explizit zu mir gekommen sind, weil sie die Nase voll haben von schnarchigen maschinenübersetzten Texten, in denen ständig irgendwas „ermöglicht“ oder „sichergestellt“ wird und (mein Favorit) „entscheidend an Bedeutung gewinnt“. Ich glaube, ich mache mal ein DeepL-Bullhit-Bingo. Das geht doch bestimmt viral auf LinkedIn.

Dafür, dass finanziell kaum etwas hängen bleibt, haben die Zahn-OPs meiner tierischen Söhne gesorgt. Und die steigenden Lebensmittelpreise! Es ist schon der Wahnsinn, wie das Geld weggeht. Aber das ist seit Langem mein Motto: Am Essen wird nicht gespart. Nun denn …

Siamkatze liegend, hält sich Pfote vor die Augen
Bondi, als er die Tierarztrechnung sah

Mädels! Weiß nicht, ob das ein Berliner Phänomen ist: Die Friseurpreise sind extrem durch die Decke gegangen. Von 200 € aufwärts ist mittlerweile normal für Strähnchen und Schnitt – einfach irre! Warum? Weiß da jemand Genaueres? Das können doch nicht nur die Heiz- und Warmwasserkosten sein? Ich gehe zwar nur 3-4x im Jahr, aber das ist es mir einfach nicht wert.

Zumal ich hinterher nie zufrieden bin. Im Gegenteil, der langjährige Friseur meines Vertrauens hat mir letztes Mal komplett die Frise versaut, wie wir in Berlin sagen. Hat wohl ne Midlife Crisis. Ich habe jetzt die Wahl zwischen Billo-Friseurin in Kreuzberg und weiter zu Hause experimentieren, was allerdings schon zweimal schiefgegangen ist. Es bleibt spannend.

Studium

Das Psychologiestudium geht im Schneckentempo voran. Ich wiederhole mich vielleicht, aber die Statistik-Seminare (wiewohl bestanden) haben mich alle Lernfreude gekostet. Die letzte Hausarbeit ist abgegeben, in Organisationspsychologie. Im kommenden Jahr steht eine Klausur an in Notfallpsychologie – und dann NUR NOCH die Bachelorarbeit. Der Point of no return ist längst überschritten, also ziehe ich es durch.

Perverserweise freue ich mich schon darauf, mit dem Studium fertig zu sein, um endlich die 87 Psychologie-Fachbücher lesen zu können, die ich mir dank Springer-Zugang kostenlos herunterladen durfte. Da geht es nämlich um Dinge, die mich wirklich interessieren, z. B. Kommunikationspsychologie (taucht im gesamten Studium nicht auf).

Jahresmotto 2026

Beim Bogenschießen habe ich erkannt, dass es überhaupt keinen Sinn macht, sich mehrere Ziele zu setzen (oder gar keins). Aus der Perspektive einer Schützin ist beides total absurd. Ob man das anvisierte Ziel trifft, ist eine andere Frage. Aber keines zu haben oder mehrere? Verrückt!

Tatsächlich wäre ich wahrscheinlich supererfolgreich, wenn ich mal all meine Energie auf eine Sache konzentrieren würde. Ich hätte längst das Büronymus-Imperium aufgebaut oder den Dr. in Psychologie in der Tasche.

Stattdessen fahre ich mehrgleisig und alles läuft so einigermaßen rund. Genau genommen war mein übergeordnetes Ziel der letzten 10 Jahre, meinen Herzensfrieden zu bewahren und Stress zu vermeiden. Das hat erstaunlich gut geklappt. Allerdings ist es auch etwas langweilig. Genauso langweilig könnte es sein, nur einem Ziel zu folgen. Außerdem gibt es ja Dinge, die ich zu Ende bringen muss, wie das Studium, und nicht einfach einem anderen Ziel opfern kann.

Daher habe ich mich gegen das eine große Ziel entschieden und für das Motto „Einfach machen“. Weniger zerdenken und zerreden, sondern die Zeit nutzen, um umzusetzen. Mal sehen, was das gibt. 😀

Euch einen guten Rutsch in ein hoffentlich friedliches und gesundes Jahr 2026!

 

Foto von Glenn Carstens-Peters auf Unsplash

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5 Kommentare

  1. Ein frohes neues Jahr 2026!

    Kein Ziel versus zu viele Ziele. Ein interessanter Gedankengang. Als ich vor einem Jahr vom Vorsatz „Fokus“ las, dachte ich so bei mir, „ja, ich sollte mich vielleicht besser auch auf weniger Dinge, dafür mit mehr Tiefgang konzentrieren“. Gelungen ist es mir nicht. Dazu gibt es einfach zu viele interessante Sachen, die eine Beschäftigung damit wert sind. Und ob gut oder nicht… nun, das kann man immer erst im Nachhinein beurteilen. Wirklich schlecht ist eine neue Erfahrung auf jeden Fall nie, denn man hat ja zumindest etwas daraus gelernt.

    Dem neuen Motto „einfach machen“ habe ich mich irgendwie ganz unabhängig vom Jahreswechsel schon vor ein paar Wochen angenommen. Begonnen, ein rudimentäres Winterlager im auch nicht wirklich warmen Spanien einzurichten und einen Newsletter ins Leben gerufen, in dem ich die Erfahrungen damit in die Welt hinauszutragen gedenke. Ein Problem dabei bleibt jedoch immer bestehen: existenzielle Angst.

    Als Mann fallen meine Friseurbesuche zwar deutlich günstiger aus, aber es gibt auch so noch unglaublich viele Stellen, an denen ein kontinuierlicher Abfluss von immer größer werdenden Finanzbeträgen dafür sorgt, dass eine leise Stimme im Hinterkopf bei jeder Entscheidung, die man zum vermeintlichen Zugewinn persönlichen Wohlbefindens trifft, die quälende Frage stellt: „hat das jetzt wirklich sein müssen?“

    Mal sehen, was dieses neue Jahr so an Überraschungen auf Lager hat. Wäre jedenfalls mächtig schade, wenn Bueronymus dabei auf der Strecke bliebe. Ich würde ein Stück Inspiration vermissen.

  2. Na, jetzt hast du mir einen Floh ins Ohr gesetzt! Hast du Empfehlungen für ein Boot, daß gut ist und sich auch per Fahrrad transportieren läßt? Ich kenne mich damit gar nicht aus – paddeln kann ich aber 🙂 – und frage mich auf welche Kriterien man achten sollte …

    Ich wünsche dir ein gutes und freundliches neues Jahr.

    • Meins ist von Aqua Marina, ich habe wochenlang Rezensionen durchforstet, welches für mich das ideale Boot ist. 😎 Dazu einen Eckla-Rolli mit Fahrradzugstange und ab geht‘s! 🛶

      • Hast du da einen Link für mich? – Der nächste Sommer kommt bestimmt. 😉

        • Also, es kommt ja auf Deine Bedürfnisse an. Schnelligkeit, Gewicht, Kippstabilität. Und auch preislich geht es von 250 € bis … nach oben offen. Am besten mal auf Youtube „aufblasbare Kajaks“ eingeben, da kommen ganz viele Tests. Da kriegt man dann gleich Lust aufs Paddeln. ☺️

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