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Arbeitssucht und Arbeitswahn

Wie Ihr wisst, reblogge ich nur sehr selten etwas. Von wegen „mein Blog – meine Show“ und so. Aber dieser Text von Christel T. passt gerade so gut zu dem, was mir durch den Kopf geht: Was ist eigentlich Arbeit und was nicht? Warum arbeiten wir? Hat der Mensch schon immer gearbeitet? Was ist das spezielle Verhältnis der Deutschen zur Arbeit? Sind wir alle arbeitssüchtig? Was ist Faulheit?

Einer der Gründe, warum ich mir gerade diese Fragen stelle, ist: Es geht mir momentan viel besser, der Burnout scheint nach zwei Jahren überwunden. Und schon bin ich wieder dabei, WIE VERRÜCKT zu arbeiten, habe aber das Gefühl, dass es vorne und hinten nicht reicht… Aber dazu später mehr.

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Am Ende eines arbeitsreichen Lebens darf man endlich ausruhen. Na, dankeschön. Gefunden auf dem Friedhof um die Ecke. (Foto: Lydia Krüger)

Christel hat viele Antworten und Denkanstöße recherchiert. Es lohnt sich übrigens, auch alle Links anzuklicken – auch wenn ich einiges weniger ideologisch sehe.
Ich sehe zum Beispiel den Kapitalismus weniger kritisch, da ich ja das zweifelhafte Vergnügen hatte, die Alternative kennenzulernen. Und die hat keineswegs zu einer inneren Befreiung der Menschen geführt, sondern war im Gegenteil mindestens genauso – wenn nicht noch mehr – zerstörerisch.
Und damit nicht genug, habe ich später die diktatorischen Ansätze des Staatssozialismus in HORGs (Hierarchie-Organisationen) wiedergetroffen. Hello again!
(Hier beschreibe ich, was HORGs mit der DDR gemein haben und hier, welche psychischen Folgen diese Systeme haben.)
Von daher glaube ich, dass unsere jetzige offene Gesellschaft und die hoffentlich fortschreitende Entwicklung unseres Bewusstseins uns die Chance gibt, uns aus bestimmten scheinbar zwangsläufigen Prozessen zu befreien und eine mehr auf den Menschen und seine Bedürfnisse zugeschnittene Lebensweise zu finden – jeder für sich, wohlgemerkt.
Also, viel Vergnügen beim Lesen einiger unbequemer Wahrheiten über unsere Arbeitswelt:

Als Erwerbslose sollen wir jeden Aspekt unseres Lebens der Arbeitssuche und Erwerbsorientierung unterordnen, völlig unabhängig davon, wie aussichtsreich die Arbeitssuche ist, völlig unabhängig davon, welchen Schaden wir damit unter Umständen anrichten können, völlig unabhängig davon, welche gesundheitlichen, menschlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen das auf uns selbst und unser Umfeld hat, völlig unabhängig davon, was wir stattdessen […]

über Arbeitssucht und Arbeitswahn — Christel T.’s Blog

8 Kommentare

  1. Hey vielen Dank! <3
    Ich hoffe mal, daß es nicht nur die eine Alternative zum Kaputtalismus gibt. Nach allem, was ich über die DDR weiß (ich komme aus Bayern), hätte es mir dort auch nicht gefallen.

  2. „Ja, ich entsinne mich vom Ende der Lohnarbeit auf der Sternenflotten-Akademie gelesen zu haben. Die Lohnarbeit fand Mitte des 21. Jahrhunderts durch die schuldgeldbedingte und verzinste hohe Produktivität, weil niemand mehr all den unnützen Plunder konsumieren wollte, ein schnelles Ende und wurde durch das Bedingungslose Grundeinkommen vollständig ersetzt – bevor man später gar kein Geld mehr benötigte“
    Jean-Luc Picard vom Raumschiff Enterprise aus dem 24. Jahrhundert
    Zitat (Jean-Luc Picard)
    https://aufgewachter.wordpress.com/2013/11/30/zitat-jean-luc-picard-3/

  3. […] gibt es einen gesellschaftlichen Druck zu arbeiten. Wer nicht arbeitet, ist asozial. Oder Künstler, was für einige Leute genauso suspekt ist. Oder reich genug. Oder lebt aus […]

  4. […] verzweifeln lässt, ist: Die Leute sind so verwurzelt in ihrem Leistungsdenken und ihrem Arbeitswahn, dass sie die Chancen, die Meditation bietet, gar nicht erkennen können. Es geht nämlich gar […]

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